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Ach, investiert Euer Geld doch anderswo

25.07.2015 Gerald Loacker

Die Betreiber des Dornbirner Messeparks wollen bekanntlich 35 Millionen EUR in die Erneuerung und Erweiterung des Einkaufszentrums investieren und die Verkaufsflächen um 4.700m² vergrößern[1]. Die ÖVP will aber nicht.

Aus allen Ecken des Landes sammeln sich ÖVP-Bürgermeister und -Funktionäre, um die Investition eines Unternehmers zu verhindern. Die „Regio“-Zusammenschlüsse verschiedener Talschaften haben unter dem Titel „Ortsgespräch“ sogar eine Zeitung an alle Haushalte in Vorarlberg verschickt, die nur ein Thema kennt: Der Messepark darf nicht ausgebaut werden.

So erklärt in diesem „Ortsgespräch“ z.B. der Bürgermeister von Bludesch, wie wichtig sein Dorfladen für die Gemeinde sei. Er scheint zu befürchten, dass die Bludescher ihr Viertel Butter und ihr Frühstücksweggle künftig im 35km entfernten Messepark kaufen. Montafoner, Bregenzerwälder, Vorderländer – alle melden sich im „Ortsgespräch“ zu Wort und beziehen gegen den Messepark Position. Auf das in Bregenz geplante Einkaufszentrum Seestadt[2] mit voraussichtlich 14.000m² Handels-, Dienstleistungs- und Gastronomieflächen gehen die Messepark-Gegner übrigens mit keinem Wort ein.

Die Wirtschaftskammer

Gedruckt wurde das „Ortsgespräch“ nahversorgertauglich in Salzburg[3]. So sehr vertrauen die Vorarlberger Händler den ihren Landsleuten aus dem Druckereigewerbe. Die Sparte Handel in der Vorarlberger Wirtschaftskammer sponserte die Produktion des „Blättles“ mit einem Inserat. Besonders pikant ist das vor allem, weil die Obfrau der Sparte Handel, Theresia Fröwis, damit aktiv Stellung gegen jene Kammer-Zwangsmitglieder bezieht, die als Unternehmer im Einkaufszentrum Messepark wirtschaften und sich eine Erweiterung wünschen. Mit ihren Kammerbeiträgen sponsern diese also eine Kampagne gegen sich selbst. Völlig blank zeigt sich die Chefin des Vorarlberger Handels, wenn es um den Online-Handel geht. Dieser läuft zwar dem Handel vor Ort immer stärker den Rang ab[4], macht Fröwis aber wenig Sorgen[5].

Die ÖVP

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) will statt der beantragten 4.700 nur 1.500m² Erweiterung zulassen[6]. Er beschränkt sich darauf, was er innerhalb der Landesregierung gegenüber den Grünen durchsetzen kann[7]. Die Dornbirner ÖVP, die im Stadtrat mit 44% der Stimmen immer noch 5 von 9 Sitzen hat, beantragt bei der Landesregierung 2.500m² Erweiterung[8]. Warum gerade 2.500? „Ein Kompromiss[9]“, heißt es. Zwischen wem? Mit den Messeparkbetreibern wurde kein Kompromiss geschlossen.

Angesichts dieses Bazars darf man sich nicht wundern, wenn sich der Unternehmer nochmals überlegt, ob er überhaupt 35 Millionen Euro ausgeben will[10]. Anderswo gibt es vielleicht Politiker, die Investoren zu schätzen wissen. – Und wir in Vorarlberg, speziell in Dornbirn, haben eine Chance vergeben.

 

[1] https://parlament.neos.eu/hilfe-ein-unternehmer-will-investieren/

[2] http://derstandard.at/2000009612675/Seestadt-Bregenz-Das-100-Millionen-Shopping-Ding

[3] http://www.vorarlbergernachrichten.at/leserbriefe/2015/07/10/zeitung-ortsgespraech-wer-steckt-dahinter.vn

[4] https://nzz.at/s/SPQD6-2uIEt-0-xZB

[5] http://www.vorarlbergernachrichten.at/markt/2015/07/06/der-konsens-ist-uns-wichtig.vn

[6] http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2721832/

[7] http://www.vol.at/streit-um-quadratmeter-messepark-erweiterung-in-dornbirn-bleibt-zankapfel/4395472

[8] https://www.dornbirn.at/im-rathaus/aktuell/detailansicht/news/detail/News/stadt-ersucht-land-um-erlassung-eines-landesraumplans-fuer-den-messepark/

[9] https://www.dornbirn.at/im-rathaus/aktuell/detailansicht/news/detail/News/stadt-ersucht-land-um-erlassung-eines-landesraumplans-fuer-den-messepark/

[10] http://www.vorarlbergernachrichten.at/markt/2015/07/21/dann-werden-wir-den-messepark-nicht-bauen.vn

  • Norbert Reis

    In Brederis hat man im agrarisch besten Gebiet einen Golfplatz genehmigt, in Weiler zwei Verkehrsübungsplätze nebeneinander, überall Märkte, alles auf der grünen Wiese. Und der Messepark, der auf keiner grünen Wiese erweitern will und einer der besten Vorarlberger Handelsbetriebetriebe ist, wird behndert. Die Dornbirner Innenstadtgeschäfte laufen besser als in allen anderen Vorarlbberger Städten und könnten noch attraktiver werden, wenn sie ein transparenter und großzügiges Systrem für Gratis-Parkmünzen einführen würden.