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Argumente für eine frühere Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters

20.11.2013 Gerald Loacker

Während des sommerlichen Wahlkampfs hatte es plötzlich den Anschein, als könnte es zumindest zu kleinen Fortschritten im Pensionsbereich kommen. Doch VP-Chef Spindelegger wurde mit seinem Vorschlag nach einer frühzeitigen Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters schnell wieder zurückgepfiffen – aus wahlkampftaktischen Überlegungen? – Gut möglich!

Wir wollen die Probleme im Pensionssystem nicht auf die lange Bank schieben, insbesondere nach dem offenbarten Budgetloch müssen Reformen angegangen werden. Der Antrag auf die frühzeitige Anpassung des Frauenpensionsalters ist ein Baustein unserer Pläne für ein enkelfites Pensionssystem.

Die Finanzierbarkeit eines Pensionssystems ist eng damit verbunden, wie viele Pensionsbezieher durch die erwerbstätige Bevölkerung finanziert werden. Dass es durch demographische Veränderungen hier zu einer immer stärkeren Schieflage kommt ist unumstritten, auch weil glücklicherweise die Lebenserwartung stetig zunimmt und vor allem Frauen eine wesentlich höhere Lebenserwartung haben. Die Angleichung des Frauenpensionsantrittsalters an jenes der Männer ist deshalb nur einer von mehreren logischen Schritten, um eine Finanzierbarkeit unseres Pensionssystems zu gewährleisten. 

Eine Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Zukunftsfähigkeit des Pensionssystems, sondern auch eine wesentliche Arbeitsmarkt- und frauenpolitische Dimension. Frauen sind auf dem Arbeitsmarkt einfach früher „alt“ als ihre männlichen Kollegen: Ihr Pensionstermin ist nämlich 5 Jahre näher. Das hat mehrere negative Auswirkungen für Frauen am Arbeitsmarkt. Einerseits geht es um Aufstiegschancen, andererseits um Weiterbildungsmöglichkeiten.

Eine Frau ist im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen wesentlich früher am Ende ihrer persönlichen Karriereleiter angelangt. Sie versäumt viele Karriereschritte, die typischerweise oft gegen Ende der Berufslaufbahn noch erfolgen. Hier kann eine Anpassung des Pensionsantrittsalters gewährleisten, dass Frauen bis zum Schluss ihrer Erwerbstätigkeit in einem fairen Wettbewerb mit ihren männlichen Kollegen stehen.

Um überhaupt in einen solchen Wettbewerb ermöglichen zu können, müssen auch die Weiterbildungsmöglichkeiten die Gleichen sein, doch auch hier zeigt sich eine weitere Schieflage. Für Unternehmen ist es einfach weniger attraktiv ältere weibliche Arbeitnehmer weiterzubilden, weil die Investition dem Unternehmen weniger lange zur Verfügung steht. Ein wesentlicher Faktor, um am Arbeitsmarkt gegenüber männlichen Kollegen bestehen zu können, wird Frauen dadurch verwehrt und eine Möglichkeit zu mehr Chancengleichheit wird verpasst.

Daher beantragt NEOS im Nationalrat die Anhebung des Frauenpensionsalters bereits ab 2018 (anstatt ab 2024).