Direkt zum Inhalt

* Pflichtfelder

Tu was! Spenden NEOS braucht dich Mitglied werden
« Zurück zur Übersicht

Feldkircher Tunnelspinne: „Es gäbe billigere und bessere Lösungen!“

NEOS Feldkirch: Projekt unsinnig teuer. Und das LKW-Problem bleibt ungelöst.

Zur Entlastung der Feldkircher Bärenkreuzung und ihrer Zufahrten bräuchte es kein vierarmiges Tunnelsystem – das ergaben die intensiven Recherchen der Feldkircher NEOS zum Thema. Im Rahmen des „konsensorientierten Planungsverfahrens“ wurden auch andere Varianten einer Umfahrung für die Feldkircher Innenstadt aufgezeigt. „Leider hat man die anderen, weit günstigeren Varianten nie ernsthaft verfolgt“, sagt NEOS-Bürgermeister-kandidat Georg Oberndorfer.

Der öffentlich aufgelegte Zwischenbericht zur „Verkehrsplanung Feldkirch-Süd“ vom Juni 2007 beinhaltet solche Varianten – jeweils mit einer Auflistung von Pro- und Kontra-Argumenten. „Eine Gewichtung der Argumente ist allerdings nie erfolgt, nicht einmal in Ansätzen“, kritisiert Oberndorfer. Entsprechend wenig nachvollziehbar ist für ihn daher auch die Auswahl der angeblichen Bestvariante – und besonders unverständlich das vorschnell erfolgte Ausscheiden der Varianten 3.1 und 2.

Variante 3.1 sieht eine dreiarmige Tunnelspinne vor, den Tostner Ast gibt es nicht. Die Variante wurde ausgeschieden, weil sie keine Anbindung des Betriebsgebietes Kapf an das hochrangige Straßennetz beinhalte. Ob der Aufwand für diese Anbindung in einem auch nur halbwegs vernünftigen Verhältnis zu den Kosten steht, sei nie geprüft worden.

Tostner Tunnelast: Eine Fehlentscheidung teuer sanieren

Der Ast der Tunnelspinne nach Tosters diene im Wesentlichen nur der Anbindung der Spedition JCL am Kapfweg, für die Bevölkerung bringe er durch zusätzlichen Verkehr im Tostner Ortszentrum mehr Nachteile als Vorteile. „Die vor ein paar Jahren erfolgte Erweiterung der Spedition hätte nie bewilligt werden dürfen. Jetzt wollen Stadt und Land diesen Fehler durch eine teure unterirdische Zufahrt sanieren“, ist Oberndorfer nach intensiven Gesprächen mit damals direkt Involvierten überzeugt. Dabei käme es immer noch billiger, die Spedition an einen geeigneten Standort umzusiedeln, als diesen Tunnelarm zu realisieren. „Große Transport- und Logistikunternehmen gehören in die Nähe leistungsfähiger Verkehrswege – und die gibt es an anderer Stelle bereits“, so Oberndorfer.

Die Variante 2 sieht eine einfache Tunnelverbindung zwischen dem Portal in der Felsenau und dem Portal bei der Duxgasse vor, einen Tostner und einen Tisner Ast gibt es nicht. „Die Entlastung um die Innenstadt wäre ähnlich groß wie bei der Tunnelspinne, die Kosten lägen jedoch bei rund einem Viertel“, betont Oberndorfer. Die Variante wurde ausgeschieden, weil sie keine Anbindung des Betriebsgebietes am Kapfweg beinhaltet und weil sie in Tisis von der Duxgasse auswärts keine Entlastung bringt. „Diese Entlastung ist natürlich etwas wert, sie wird allerdings mit völlig unverhältnismäßigem Aufwand erkauft. In Vorarlberg und auch in Feldkirch gibt es zahlreiche innerörtliche Straßen mit deutlich höherer Verkehrsbelastung, und in vielen Fällen führen diese Straßen sogar durch Bereiche mit deutlich höherer Siedlungsdichte“, so Oberndorfer.

Problem LKW-Rückstau in Tisis wird nicht gelöst

Unzumutbar sei in Tisis vor allem das Probleme des LKW-Rückstaus vor der Grenze. Der löse sich aber auch mit der teuren Tunnelspinne nicht auf, im Gegenteil: „Wenn die Straßenverbindung über Tisis leistungsfähiger wird, bringt das noch mehr Verkehr“, ist Oberndorfer überzeugt. Betroffen sind der äußere Teil von Tisis und die Ortsdurchfahrten in Liechtenstein – von Schaanwald über Nendeln und Eschen bis Bendern. Und zur Frage, wie verhindert werden soll, dass der Rückstau in den Tunnel hineinreicht, fehlen auch in den Unterlagen zum aktuellen Stadttunnel-Projekt überzeugende und schlüssige Antworten. „Sollen die LKWs dann wieder durch das Stadtgebiet fahren? Oder gibt es in Frastanz vor dem Felsenau-Portal eine LKW-Wartespur bzw. gar einen -Warteplatz?“, fragt sich Oberndorfer.

LKWs: Warum überhaupt durch Feldkirch und Liechtenstein?

Und, so das NEOS-Team in Feldkirch weiter: „Warum muss der LKW-Verkehr von der österreichischen zur Schweizer Autobahn um jeden Preis durch Feldkirch und Liechtenstein? Von der L 190 bei der Autobahnanschlussstelle Frastanz bis zur Schweizer Autobahn bei Haag sind es unter Berücksichtigung der Abkürzung durch den geplanten Stadttunnel rund 11 km. Im Bereich Mäder/Diepoldsau sind die Autobahnen hingegen nicht einmal 2 km voneinander entfernt.“ In der Gegend wird derzeit ohnehin nach einer neuen Verbindung gesucht – vor allem zur Entlastung der Ortsdurchfahrt von Diepoldsau. Ein entsprechendes Planungsverfahren läuft bereits, unter Federführung des Kantons St. Gallen und unter Einbindung des Landes Vorarlberg sowie der betroffenen Gemeinden. „Vieles deutet darauf hin, dass eine einfache Umfahrung in Feldkirch in Kombination mit einer Spange für den LKW-Verkehr im mittleren Rheintal nicht nur die wesentlich wirtschaftlichere, sondern auch die umweltverträglichere Lösung wäre. Leider ist das nie seriös geprüft worden“, so Oberndorfer abschließend.

  • Guenni

    Ich habe noch keine Variante der NEOS gesehen, Herr Oberndorfer! Nur kritisieren und selber nichts auf die Beine stellen ist auch keine NEOS-Lösung.

    • Georg Oberndorfer

      Hallo Guenni,
      Unser Vorschlag ist einfach: Variante 2 (Tunnel von der Felsenau bis zur Duxgasse/Schulbrüder). Zusätzlich eine leistungsfähige Verbindung der Autobahnen in Vorarlberg und der Schweiz im Raum südlich von Diepoldsau. Beides zusammen kostet ca. 120 Mio. Euro. Die Tunnelspinne kostet ca 230 Mio. Euro. Die restlichen rund 100 Mio. Euro investieren wie besser in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, z.b. S-Bahn,…

  • Barbara Schöbi-Fink

    Von 100 LKW, die durch Feldkirch nach Liechtenstein fahren, haben
    über 90 (!) LKW Liechtenstein als Ziel.
    Sie würden auch weiterhin natürlich nicht zur Schweizer Autobahn fahren, ob das nun eine Verbindung bei Mäder gibt oder nicht. Lieber Georg Oberndorfer, nimm diese
    Zahl endlich zur Kenntnis, auch wenn sie nicht in das einfache Lösungskonzept: „Wir
    bauen eine zusätzliche Autobahnverbindung in Mäder und führen die LKW einfach an
    Feldkirch (und Liechtenstein!) herum…“ Zudem wären alle Bürger, die
    von der Innenstadt bis zur Grenze nach Tisis wohnen, nach wie vor mit
    Staub, Abgasen und Lärm belastet. An deren Situation hätte sich gar nichts
    verbessert.

    • Georg Oberndorfer

      Liebe Barbara,
      hier ein interessanter Artikel diesbezüglich, heute auf ORF:
      http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2695948/
      Die Planungen für eine Autobahnverbindung laufen also ganz konkret!
      Und wie auch bereits in der Podiumsdiskussion erklärt: für die Wirtschaft ist auch besser, wenn die LKWs nicht stundenlang an der Grenze im Stau stehen, sondern direkt von Autobahn zu Autobahn geleitet werden und pünktlich ankommen.
      Liebe Grüsse,
      Georg

      • Barbara Schöbi-Fink

        Natürlich laufen die Planungen für eine Autobahnverbindung im Unterland. Aber das soll vor allem Gemeinden um Lustenau und Lustenau selbst entlasten, was mit dem Verkehrsproblem in Feldkirch herzlich wenig zu tun hat. Auch das ist nicht neu. Aber das könntest Du Dir ja auch von Deinen Kolleginnen im Landtag erklären lassen… Liebe Grüße
        Barbara

        • Georg Oberndorfer

          Es gibt sehr wohl ganz konkrete Pläne, im Bereich Diepoldsau / Mäder eine direkte Verbindung von Autobahn zu Autobahn zu bauen. Dies ist auch der ausdrückliche Wunsch der Schweiz. Diese Verbindung soll zusätzlich zu der Verbindung im Raum Lustenau kommen. Über diese Verbindung im Raum Diepoldsau könnte man sehr wohl den Transitverkehr, der derzeit durch Feldkirch rollt, führen, denn von der Schweizer Autobahn aus sind die Industriegebiete in Liechtenstein viel besser erreichbar. In den letzten Jahren wurden entsprechende Zubringerstraßen gebaut. Ich finde es sehr bedauerlich, dass die ÖVP sich den Argumenten diesbezüglich vollkommen verschließt. Liebe Grüße, Georg