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Geld spielt keine Rolle

25.07.2015 Gerald Loacker

Für das Krankenhaus Dornbirn (KHD) wird ein Kernspin-Tomograph angeschafft. Was kostet das? Ist die Investition erforderlich? Wäre das auch billiger möglich? Trotz langer Diskussion in der Stadtvertretungssitzung vom 23.07.2015 bleiben viele Fragen offen.

Die Investition kann sich sehen lassen: 1.225.000 EUR kostet das neue Gerät, mit dem zukünftig MR-Untersuchungen direkt im Spital durchgeführt werden können. Mit den 1,225 Millionen ist es allerdings nicht getan. Zusätzlich müssen im KHD Umbauten im Volumen von 600.000 EUR vorgenommen werden. Die Investition beträgt also mehr als 1,8 Millionen EUR.

Dann steht das Gerät erst einmal da. Um es nutzen zu können, musste das KHD zusätzlich einen Radiologen in der Position als Oberarzt und zwei radiotechnologische Assistenzen einstellen. Bescheiden gerechnet, bedeutet das 200.000 EUR p.a. an Gehalts- und Nebenkosten. An Energiekosten sind jährlich ca. 30.000 EUR zu veranschlagen. Die Wartung des Geräts wird ab dem zweiten Jahr ca. 77.000 EUR ausmachen. Die laufenden Kosten summieren sich also auf jährlich mehr als 300.000 EUR.

Bisher hat das KHD jährlich ca. 1.200 Patienten bei niedergelassenen Radiologen in Dornbirn und Bregenz zu MR-Untersuchungen gebracht. Diese Kosten fallen also künftig weg. Daher habe ich die Frage gestellt, wie viel diese 1.200 Untersuchungen samt Transport gekostet haben, damit die Kosten der neuen Investition dem Nutzen gegenüber gestellt werden können. – Eine Antwort erfolgte trotz mehrmaligen Nachfragens nicht. Weil es man es in Dornbirn vermutlich nicht einmal weiß.

Stattdessen verwies Vizebürgermeister Ruepp von Seiten der ÖVP darauf, dass dieses MRT ja im österreichweiten Großgeräteplan vorgesehen sei. Bund und Land werden also die Rentabilität schon geprüft haben. Und überhaupt sei das Gerät für das KHD als Ganzes wichtig. FP-Stadtrat Schönbeck vertrat die Ansicht, dass anders als in einem Unternehmen in der Gesundheit solche Rentabilitätsrechnungen nicht zulässig seien.

Im LKH Rankweil steht übrigens, zum Spitalsschwerpunkt fachlich durchaus passend, ein MR-Tomograph, der allerdings wegen fehlenden ärztlichen und nichtärztlichen Personals nur drei Tage pro Woche betrieben werden kann[1]. Wenige Kilometer von einem nicht ausgelasteten Gerät entfernt schaffen wir ein neues an.

So sieht wohl auch nicht die vielzitierte „Stärkung des niedergelassenen Bereichs“ aus, mit der die Patienten weg von den Spitalsambulanzen hin zu den niedergelassenen Ärzten gebracht werden sollen. Wenn jedes Spital Vollausstattung hat, ist klar, wo die Patienten hinströmen.

Und die Frage, was das kostet, äh…. Die Stadtvertretung Dornbirn hat die Anschaffung mit 34 gegen die zwei Stimmen von NEOS beschlossen. Geld spielt keine Rolle.

 

[1] http://www.vorarlbergernachrichten.at/leserbriefe/2015/02/17/mrt-geraet-im-spital-dornbirn.vn