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Ist der Wirtschaftsstandort Österreich gefährdet?

06.05.2014 Daniel Matt

Mit der Gruppenbesteuerung und einem relativ niedrigen Körperschaftssteuersatz bietet Österreich zwar Anreize, aus steuerlichen Gründen siedelt sich jedoch schon lange kein Unternehmen in Vorarlberg mehr an. Jene Firmen, die zu uns kommen, tun dies vor allem auf Grund der guten Infrastruktur, der hohen Produktivität und der niedrigen Streikbereitschaft.

Trotzdem hat Voestalpine-Chef Wolfgang Eder gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ den Standort Österreich in Frage gestellt. Dabei beklagte er laut Blatt „die hohe Steuerbelastung in Österreich und eine mangelnde Dialogbereitschaft der Regierung“.

Unser Land gilt im Bezug auf Abgaben nicht zu Unrecht als Hochsteuerland. Alkohol, Autos und Tabak sind seit 1. März teurer geworden. Die Innsbrucker „Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung“ (GWA) hat ermittelt, dass die kalte Progression im Vorjahr 2,24 Milliarden Euro ins Budget gespült hat. Für heuer wird sogar mit 2,65 Milliarden Euro gerechnet. Unter „kalter Progression“ wird jene Erhöhung der Steuerbelastung bezeichnet, die zustande kommt, weil die Löhne jährlich steigen, die für die Lohnsteuer maßgeblichen Einkommensgrenzen jedoch gleich bleiben. Aus diesem Grund steigen jedes Jahr mehr Arbeitnehmer in höhere Steuerklassen auf. Ein Teil ihrer Lohnsteigerungen wird auf diese Weise vom Finanzamt abgeschöpft. Für den durchschnittlichen österreichischen Arbeitnehmer bedeutet dies laut OECD, dass von einem Brutto-Gehaltsplus von 2,4 Prozent abzüglich Inflation (zwei Prozent) und Steuern (0,4 Prozent) 2013 schlussendlich nichts übrig geblieben ist.

Um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts nachhaltig zu sichern, fordern wird daher sinkende Abgabenquoten und klare, verlässliche Rahmenbedingungen. Leistung soll sich sowohl für die Unternehmen, als auch für deren Arbeiter rechnen.