NEOS Landtagsklub

Personalmangel in der Pflege: NEOS fordern Vollzeitbonus für Pflegekräfte

5. September 2022

NEOS Gasser: „Mehrleistung von Pflegepersonal soll sich lohnen.“

Ein Großteil der Beschäftigten in der Pflege ist teilzeitbeschäftigt. „Aufgrund der massiv leistungsfeindlichen Steuerbelastung von Arbeit ist das auch kein Wunder. Jede Mehrleistung wird durch eine höhere Steuerlast bestraft. Der finanzielle Anreiz, um zumindest ein paar Stunden aufzustocken fehlt komplett“, kritisiert NEOS-Sozialsprecher Johannes Gasser. Dem immer stärkeren Personalmangel in der Pflege wollen NEOS nun unter anderem mit einem „Vollzeitbonus“ entgegentreten. NEOS bringen dazu einen Antrag im Landtag ein. „Wir brauchen ein Gehalts- und Zulagensystem, das mehr Menschen davon überzeugt, ihr Beschäftigungsausmaß um ein paar Stunden zu erhöhen. Wir schlagen deshalb einen spürbaren Vollzeit-Zuschlag vor, der nicht sofort wieder von den steigenden Steuern vernichtet wird“, erklärt Gasser. Der Vollzeitbonus soll gewährt werden, wenn das Arbeitsausmaß zumindest 90 Prozent beträgt. 

 

„Der Vollzeitbonus ist natürlich nur eine von mehreren Maßnahmen, um dem Personalmangel in der Pflege bestmöglich entgegenzuwirken. Viele Herausforderungen liegen im Arbeitsumfeld, in der Ausbildung oder müssen auf Bundesebene angegangen werden. Wir dürfen uns aber im Land nicht ausruhen und müssen mutige Schritte wagen. Der Vollzeitbonus wäre ein Hebel, den wir im Land betätigen könnten. Profitieren würden davon alle Beteiligten: Die Pflegekräfte, deren Mehrleistung entsprechend honoriert werden würde und die Pflegebedürftigen, weil durch mehr Personal wieder mehr Zeit am Patienten möglich ist“, argumentiert Gasser. Auf Bundesebene fordert Gasser die Belastung des Faktors Arbeit deutlich zu reduzieren, um so Vollzeitbeschäftigung wieder attraktiver zu machen. „Die ÖVP redet seit Jahren davon, dass sich Leistung lohnen soll, ändert aber nichts an diesem leistungsfeindlichen Steuersystem. Die angekündigte halbgare Abschaffung der Kalten Progression geht definitiv nicht weit genug“, so Gasser abschließend.