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Schlachthof Dornbirn / Tiertransportskandal

Die Stadt Dornbirn bemüht sich seit Jahren erfolglos, eine Lösung für den defizitär geführten Schlachthof zu finden. Die hohen Abgänge (seit 2011 jährlich ca. Euro 200.000), die rückläufigen Schlachtzahlen und die mittelfristig bevorstehenden Sanierungsarbeiten in Höhe von ca. einer Million Euro scheinen offensichtlich – trotz anderslautender Bekundungen – auf eine Schließung des Schlachthofes hinauszuführen.

Die rückläufigen Schlachtzahlen hängen womöglich auch damit zusammen, dass offensichtlich Viehschlachtungen aus Kostengründen bewusst in Tirol, Salzburg, Graz oder in Deutschland durchgeführt werden. Dies wird auch durch die skandalöse „Probelieferung“ (mehr dazu) zum Schlachtbetrieb Marcher in Graz deutlich.

Der zuständige Stadtrat Moosbrugger zeigt in der ganzen Diskussion offenbar zwei Gesichter:

Josef Moosbrugger – seines Zeichens Stadtrat in Dornbirn – ist zuständig für den Schlachthof. Als solcher sollte er daran interessiert sein, für eine gute Auslastung zu sorgen und die Vorarlberger Viehbetriebe für eine Schlachtung in Dornbirn zu gewinnen, damit der Schlachthof wirtschaftlich funktioniert und von der Stadt Dornbirn keine Zuschüsse mehr notwendig sind.

Das andere Gesicht zeigt Stadtrat Moosbrugger als Obmann der Genossenschaft „Ländle Vieh Vermarktung Bregenz“, die wiederum auf die Wirtschaftlichkeit der Genossenschaft achten muss. Offenbar haben die beiden Josef Moosbrugger unterschiedliche Interessen zu vertreten, die sich gar nicht vereinbaren lassen. Ein Detail am Rande: Die Genossenschaft ist in die Landwirtschaftskammer Vorarlberg eingebettet, wo Josef Moosbrugger zudem Präsident ist.

Schlachthof

Im Zusammenhang mit der „Probelieferung“ gibt es offenbar auch zwei Wahrheiten.

Jene vom Stadtrat Moosbrugger, dass es zu einer Probelieferung nach Graz gekommen sei, damit später Steirer Tiere in Dornbirn geschlachtet werden.

Und auf der anderen Seite jene der Firma Marcher, die diese Aussage zunächst dementierte. Einen Tag später jedoch wurde diese Aussage wieder revidiert. Wofür war also diese Probelieferung wirklich gut? Soll nun das geschlachtete Vieh nach Graz geliefert werden oder nicht?

In Bezug auf diesen Interessenskonflikt muss hier also eine sofortige Trennung erfolgen, da Stadtrat Moosbrugger offenbar zu viele Ämter und zu viele Interessen hat.

Mag. Michael Klocker