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Wer braucht Unternehmer? Die Stadt macht´s.

Der Dornbirner Campingplatz in der Enz soll auf Vordermann gebracht werden. Nur wie?  Angeblich hätten private Unternehmer Interesse gezeigt, allerdings unter der Bedingung, auch das zugehörige Grundstück erwerben zu können. Dieses Grundstück wollte die Stadt Dornbirn, die sonst für Betriebsansiedlungen gern verkauft, – wieder angeblich – nicht ver­äußern. Die Stadt Dornbirn macht das lieber selbst.

Der Betrieb des Campingplatzes soll nämlich durch die Eingliederung in die Dornbirner Seilbahn GmbH „verstadtlicht“ werden. Die defizitäre Dornbirner Seilbahn GmbH wird EUR 2.000.000,00 Steuergeld bekommen, um den Campingplatz auf 4-Sterne-Niveau aufzuwerten.[1]

Schon jetzt weiß die Stadtregierung, dass der operative Betrieb nicht gewinnbringend geführt werden kann. Die vorhersehbaren Verluste sollen durch die zukünftig erwirtschafteten Überschüsse (welche Überschüsse?) der Seilbahn GmbH kompensiert werden. Man werde „beobachten, wie sich der Betrieb entwickelt und dann entsprechende Maßnahmen durchführen“ hieß es seitens Vizebürgermeister Martin Ruepp. Einen Businessplan sucht man vergebens.

Schon wieder[2] sieht sich die Stadt Dornbirn veranlasst, einen Betrieb durch die öffentliche Hand zu führen, der eigentlich in private Hände gehört.

In diesem Zusammenhang stellen sich u.a. zwei Fragen:

  • Ist es die Aufgabe der Stadt, unter Einsatz von Steuergeld in den unternehmerischen Wettbewerb mit anderen Campingplatzbetreibern in Vorarlberg zu treten?[3]
  • Wie passt der Betrieb eines Campingplatzes zum Geschäftsfeld der Dornbirner Seilbahn GmbH?

NEOS Dornbirn lehnt den geplanten Betrieb durch die Stadt bzw. durch eine ihrer ausgegliederten Gesellschaften daher ab. Natürlich ist ein Campingplatz eine begrüßenswerte Einrichtung. Alle erfolgreichen Campingplätze in Vorarlberg sind allerdings privat geführt – und das würde auch der Wirtschaftsstadt Dornbirn gut anstehen. Während andere, private Campingplatzbetreiber im Ländle ihren Betrieb aus eigener Kraft ausbauen, wird in Dornbirn nach dem Motto „Was kann ein Privater schon besser als die Stadt“ von Amts wegen zur unternehmerischen Tat geschritten.

Künftig wird also ein steuerfinanziertes und im laufenden Betrieb subventioniertes Unternehmen privaten, steuerzahlenden Campingplatzbetreibern Konkurrenz machen. Das als Stumpfsinn zu erkennen, überfordert allerdings die „Wirtschaftskompetenz“ der Dornbirner ÖVP.

[1] In der vergangenen Stadtvertretungssitzung wurde deshalb ein Baurecht für die Dornbirner Seilbahn GmbH auf den städtischen Grundstück beschlossen, um den Campingplatz durch einen Neubau mittels eines steuerfinanzierten Gesellschaftszuschusses in Höhe von grob geschätzt EUR 2 Mio. auf ein 4-Sterne Niveau aufzuwerten. Nach Auskunft des Finanzleiters der Stadt Dornbirn ist die Art der Finanzierung noch nicht geklärt. Jedenfalls wird wieder tief in den städtischen Steuertopf gegriffen.

[2] https://vorarlberg.neos.eu/nein-zur-uebernahme-der-kletterhalle/

[3] https://www.camping.info/%C3%B6sterreich/vorarlberg/campingplaetze – alle außer jenem in Dornbirn privat betrieben.