« Zurück zur Übersicht

Wer will eigentlich noch einen Arbeitsplatz schaffen?

Im Juni diesen Jahres waren im Ländle um 6,8% (Quelle: AMS) mehr Menschen arbeitslos als im Vorjahr. Spätestens da müssen bei uns die Alarmglocken schrillen, selbst wenn dies der geringste Anstieg im Vergleich zum Rest von Österreich ist. Denn wir sind der Meinung, dass Politik mehr sein sollte als sich auf den „Erfolgen“ der Vergangenheit auszuruhen und auf das relative Versagen anderer (Bundes)Länder hinzuweisen. Diese Taktik der Bundes- aber auch der Landespolitik hat dazu geführt, dass unsere Unternehmer_innen mit einer ausufernden Bürokratie, enormen Lohnnebenkosten und Abgaben zu kämpfen haben. Viele unserer 11.000 Unternehmen überlegen sich heute zweimal einen neuen Arbeitsplatz zu schaffen, geschweige denn eine neue Niederlassung oder Filiale zu eröffnen.

Viele, teils namhafte Unternehmer, prangern die Situation mittlerweile auch in der Öffentlichkeit an. Gerade letzte Woche sprach Gerhard E. Blum im Rahmen einer Pressekonferenz über die schlechten Rahmenbedingungen im Wirtschaftsstandort Vorarlberg. (http://www.vol.at/blum-verzeichnet-deutliches-umsatzplus-auf-144-milliarden/4021901).

Es muss sich was ändern!

Die Menschen brauchen wieder Luft zum Atmen. Die Zeiten des (Aus)Nehmens sind vorbei. Lange genug hat sich die Politik damit begnügt immer noch mehr zu nehmen, anstatt Einsparungspotenziale wahrzunehmen und unseren Staat und die Verwaltung effizienter zu gestalten.

Wir müssen schleunigst die Lohnnebenkosten senken und bürokratische Hürden abbauen. Vorarlberg kann hier als Modellregion vorangehen. Als Landtag können finanzielle Anreize geschaffen und die Hürden verringert werden. Wir können zum Beispiel bei der Förderung von Ein-Personen-Unternehmen (EPU) ein noch deutlicheres Zeichen setzen.

Erstatten wir die Lohnnebenkosten für die erste Arbeitskraft komplett zurück (anstatt wie bisher maximal € 400), erleichtern wir die Möglichkeit aus EPU Kleinunternehmen zu machen. Allen, die jetzt glauben, dass es sich dabei um Peanuts handelt, möchte ich folgendes Beispiel mit auf den Weg geben: Bei einem Nettojahresgehalt einer/s Angestellten von € 27.896 (Brutto € 41.255) entstehen Kosten für den/ die Arbeitgeber_in von € 56.520. Anders ausgedrückt bekommen Dienstnehmer_innen in Vorarlberg mit 49% nicht einmal mehr die Hälfte des Gesamtlohnaufwandes ausbezahlt.

Wenn da kein Anreiz dahinter steckt, wo dann?

Die Vorarlberger Wirtschaft sorgt für 150.644 Arbeitsplätze. (Quelle: WKV) Es sind die Unternehmen, die in Vorarlberg Arbeitsplätze schaffen und die Politik sollte es tunlichst vermeiden dies zu verhindern. Es darf im Ländle und in ganz Österreich nicht mehr passieren, dass Unternehmer_innen aufgrund der hohen Nebenkosten davor zurückschrecken.

Am 21. September NEOS – Damit sich was ändert!

  • Bernd

    Hallo,
    In diesem Artikel fördert ihr die Senkung der LNK zugunsten der Unternehmer und im gleichen Zug fordert ihr, dass dem Menschen wieder mehr Luft zum Atmen braucht.
    Im oben genannten Rechenbeispiel rechnet ihr von dem Betrag, den der Arbeitgeber bezahlen muss, bis runter zu dem Betrag, den der Arbeitnehmer bekommt.

    Da steh ich jetzt an:
    Eine Senkung der LNK kann eventuell mehr Arbeitsplätze bringen, aber dem Menschen gibts nicht unbedingt mehr Luft zum atmen.
    Oder seh ich da was falsch?

    • Sabine Scheffknecht-Sinz

      Lieber Bernd,

      Es braucht beides, eine Lohnnebenkostensenkung und mehr Netto vom Brutto. Bei diesem Eintrag lag der Fokus auf der Senkung der Lohnnebenkosten für Unternehmen, denn auch die Unternehmer_innen brauchen wieder mehr Luft zum Atmen, um in Vorarlberg weiterhin Arbeitsplätze schaffen zu können. In unserem Rechenbeispiel bleibt von den Kosten des/r Arbeitgebers/in von € 56.520 für den/die Angestellte/n nur ein Bruttolohn von € 41.255. Mit einer vollständigen Rückerstattung der Lohnnebenkosten für den/die erste(n) Mitarbeiter_in geben wir den Unternehmen unter anderem auch mehr Möglichkeiten in der Lohngestaltung und somit die Chance auf höhere Bruttolöhne für die Arbeitnehmer_innen. Parallel dazu setzen wir uns aber auch aktiv für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ein. Wir brauchen dringend ein gerechtes, einfaches und transparentes Steuersystem bei dem den Menschen mehr von ihrem Lohn übrigbleibt („Mehr Netto vom Brutto“). Hier gibt es konkrete Vorschläge von uns, wie das bereits 2015 möglich wäre (von EcoAustria durchgerechnet). Nähere Details dazu finden sich hier:
      http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140506_OTS0137/neos-zu-schuldenentwicklung-das-ist-eine-politik-ungedeckter-schecks-bild

      Liebe Grüße,

      Sabine Scheffknecht