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Wir müssen nur wollen!

Eine Replik auf den Kommentar vom Hubert Rhomberg in der VN vom 24.9.2016

Der Autor fragt in seinem Kommentar, was wir in Bezug auf die Integration von Flüchtlingen schaffen wollen. Am Ende des Kommentars legt er die Schlussfolgerung nahe (ohne sie selbst dezidiert zu ziehen), dass ein gesellschaftlicher Konsens wohl darüber besteht, den Integrationswilligen die Integration zu ermöglichen. Denjenigen jedoch, die sich nicht anpassen und unsere Regeln und Kultur nicht akzeptieren, soll die Integration verwehrt werden.

Haben wir überhaupt die Wahl?

Haben wir überhaupt die Möglichkeit, Integrationsunwillige nicht zu uns zu lassen?

Wie viele würden sich denn in einem Asylverfahren als „integrationsunwillig“ deklarieren? Wohl eher niemand. Selbst der überzeugteste IS-Kämpfer würde ja auch bei der Einreise in die USA nicht daran denken, eine der Kontrollfragen mit „ja“ zu beantworten (Haben sie Waffen dabei? Waren sie schon einmal terroristisch tätig?…)!

Ob jemand integrationswillig bzw. integrationsfähig ist, wird sich erst nach einigen Jahren herausstellen. Wenn die Familie nachgezogen, die eigene Wohnung bezogen und der Asylhelfer weitergezogen ist. Wenn die Kinder nicht am Schwimmunterricht teilnehmen und der Lehrerin der Handschlag verweigert wird. Wenn die Frau nie alleine außer Haus geht, und der Mann in der Arbeit den Kontakt zu seinen Kollegen auf das notwendigste beschränkt. Doch dann ist es bereits zu spät. In der neuen Welt nicht angekommen, aus der alten Welt nicht befreit.

Die entscheidende Frage ist also nicht „Was wollen wir in der Integration schaffen?“, sondern „Was müssen wir schaffen?“ und „Wie können wir es schaffen?“!

Was müssen wir schaffen?

Wir müssen es schaffen, die, die zu uns gezogen und sesshaft geworden sind, davon zu überzeugen, dass unsere Welt- und Werteordnung besser ist. Dass die Freiheit eines der höchsten Güter in unserer Gesellschaft, wenn nicht das höchste Gut überhaupt, ist. Dass ein Leben in Freiheit erfüllender ist als ein Leben in Abhängigkeit. Dass Bildung die Basis für Wohlstand und somit persönliche Freiheit ist. Dass jeder Mensch, unabhängig von Herkunft, Rasse, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung das gleiche Recht auf die gleichen Freiheiten hat.

Dass jeder bei uns die Freiheit hat, das zu tun, was einem richtig, und das zu lassen, was einem nichtig erscheint. Mit der entscheidenden Einschränkung, dass man mit seinem Tun nicht die Freiheit oder die Integrität der oder des Nächsten beeinträchtigen darf. Aber eben auch nur mit dieser Einschränkung.

Wir können es schaffen?

Wir können es schaffen, wenn wir diese unsere Werte nicht nur für uns beanspruchen, sondern auch unseren neuen Mitbürger gewähren. Wie sonst könnten wir glaubhaft vermitteln, dass unsere liberale Weltordnung einen besseren Rahmen für ein befreites Leben bietet als die Unordnung, vor der sie geflüchtet sind? Um die Vorzüge unseres Systems glaubhaft vermitteln zu können, müssen wir unseren neuen Mitbürgern das größtmögliche Maß an Freiheit zugestehen. Auch wenn es unangenehm ist und es uns gelegentlich zwingen wird, unsere Komfortzonen zu verlassen und unsere Denkschemata anzupassen.

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Wir müssen nur wollen!

Wenn wir unsere liberale Weltordnung erhalten wollen, dann werden wir uns letztendlich auch uneingeschränkt zu ihr bekennen müssen. Nur so werden wir ein friedliches und sicheres Miteinander gewährleisten können und unsere neuen Mitbürger von den Vorzügen unserer Gesellschaft überzeugen.

Wer immer da auch zu uns kommt, aus welchen Gründen auch immer, sie tun es auf der Suche nach einem Leben in Sicherheit. Oft hört man in diesen Tagen, dass die Freiheit eingeschränkt werden muss, um die Sicherheit zu gewährleisten. Ich halte es da lieber mit Benjamin Franklin:

„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“