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Zuerst wird gebaut, dann wird geschaut

Die Umsätze des Dornbirner Handels wachsen nicht im selben Ausmaß wie die Bevölkerung, weshalb Dornbirn in den letzten Jahren Marktanteile an andere Gemeinden verloren hat.

Mit der Erweiterung der Fußgängerzone im Bereich der Schulgasse und des Kirchparks soll nun ein frequentiertes lebendiges Innenstadtquartier entwickelt werden. Am 12.07.2016 wurde deshalb die erste Tranche der Erweiterung der Fußgängerzone im Stadtrat in der Höhe von EUR 2.040.000 (brutto) be­schlossen.

Zirka ein halbes Jahr später, am 23.02.2017, wurden die Mitglieder im Tiefbauausschuss plötzlich mit Kosten in der Höhe von EUR 2.652.000 (brutto) konfrontiert; wohlgemerkt ca. 1 Woche vor jener Stadtvertretungssitzung, in der über diese Summe abgestimmt werden soll.

Plötzlich explodieren also die Kosten um satte EUR 612.000,00 oder 30% auf EUR 2.652.000!  Kostenschübe in ähnlichem Ausmaß erleben wir aktuell auch bei der Neugestaltung des Campingplatzes. Und auch bei der neuen Fußgängerbrücke über die Dornbirner Ache („Birkenwiesesteg“) schnellen die Kosten in die Höhe.

In all diesen Fällen wurden Projekte mit ‚günstigen‘ Kosten präsentiert. Und nachdem die ersten Beschlüsse gefasst sind, konfrontieren die Rathausverantwortlichen die Mandatare mit massiv höheren Kosten. Jetzt müsse man ja zustimmen, weil man ja eh schon ….

Der zuständige Stadtrat für Tiefbau, Gebhard Greber, begründet den Mehraufwand in der Fußgängerzone mit den im Projektverlauf ständig geänderten Anforderungen. Das ursprüngliche Ziel und die Anforderungen für ein frequentiertes lebendiges Innenstadtquartier haben sich jedoch seit dem Projektstart nicht verändert. Vielmehr zeigt diese Kostenexplosion, dass das Projekt-Management von Tiefbaustadtrat Greber und des für Projektkoordination zuständigen Vizebürgermeisters Ruepp gescheitert ist. Der verantwortungsbewusste Umgang mit Steuergeldern ist für die Dornbirner Stadtregierung ein Fremdwort. Professioneller und sparsamer Umgang mit Steuergeld sieht jedenfalls anders aus.

 

Fehlende Strategie

NEOS Dornbirn vermisst noch immer eine Gesamtstrategie für die Belebung der Innenstadt. Granitsteine, WLAN und eine schöne Beleuchtung alleine werden keine neuen Besucher in die Innenstadt locken.

  • Wie soll die Innenstadt in fünf, zehn, 15 Jahren aussehen?
  • In welchem größeren Gesamtkonzept steht die Fußgängerzonen-Erweiterung?
  • Was will die Stadt mit der großen Investition von Steuergeld bewirken und wem sollen diese konkret nützen?
  • In welcher Beziehung dazu steht die Studie betreffend eine Markthalle?
  • Wer ist die Zielgruppe?
  • Welche neuen Möglichkeiten für Veranstaltungen werden mit der neuen Fußgängerzone eröffnet?
  • Sollen Chancen für eine Erweiterung der Ganztags-Gastronomie ge­schaffen werden?
  • Welchen Beitrag sollen die Kaufleute leisten?

 

Gerade in Bezug auf die Dornbirner Kaufleute scheint hier einiges in Schieflage zu sein. Kaufleute, die aus der Werbegemeinschaft inside Dornbirn austreten, plötzlich keine Gutscheine akzeptieren, Negativ-Kampagnen mit „Zerschlagen wir nicht unser Porzellan“ führen, handeln gegen das Interesse einer Belebung der Innenstadt. Sie schädigen landesweit das Image der Stadt Dornbirn als Ganzes.

 

Welche Alternative gibt es?

Eine Belebung der Innenstand würde auch ohne hohe Investitionen aus Steuer­geldern funktionieren:

  • Ein intelligentes Parkleitsystem gehört installiert.
  • Günstigere Parkgebühren in der ersten Stunde. Hier hat der Garnmarkt mit den Flanierzonen eine Vorreiterrolle und wurde zudem als bestes Fußgängerprojekt Österreichs ausgezeichnet.
  • Anstreben von einheitlichen Öffnungszeiten.
  • Errichtung von überdachten Fahrradabstellplätzen, damit die Innenstadt auch für Radfahrer interessant wird.
  • Ganztägig geöffnete Gastronomie, denn für den Handel entscheidet die Besucherfrequenz am Tag, nicht am Abend.

 

All diese Maßnahmen sind zwingend anzupacken, damit das Ziel einer frequentierten lebendigen Innenstadt erreicht werden kann. So lange die Hausaufgaben nicht gemacht werden, sind planlose Investitionen in die Infrastruktur nicht zielführend.