
Deine Ideen zählen: Gestalte Politik aktiv mit

Frauen verbinden. Geschichten teilen. Zukunft verbessern.
Gemeinsam haben wir das Frauennetzwerk Vorarlberg ins Leben gerufen. Eine Plattform bei der deine Erfahrungen, deine Meinung und deine Perspektiven zählen. Wir treffen uns, tauschen uns aus, erzählen, hören zu und lassen uns inspirieren. Bei Themenabenden, Netzwerktreffen, Expert:innenvorträgen, Workshops und in Arbeitskreisen.
Warum? Wir müssen aufstehen, damit wir gesehen werden. Wir müssen laut reden, damit wir gehört werden. Wir müssen es auf den Punkt bringen, damit wir verstanden werden. Dann passiert Veränderung.
Wenn du neugierig geworden bist, dann melde dich direkt bei uns!
Wir freuen uns auf dich! - Katharina Fuchs und Ruth Lukesch

Deine Ideen zählen: Gestalte Politik aktiv mit

Vollzeitarbeit darf nicht an fehlender Kinderbetreuung scheitern

Die Entgelttransparenzrichtlinie muß überarbeitet werden
Rückblick zum Frauennetzwerk-Abend zum Thema Gesundheitswesen in Vorarlberg (27.01.2026)

Beim Frauennetzwerkabend stand die Lebensrealität von Alleinerziehenden im Mittelpunkt – von finanzieller Absicherung über die Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung bis zum Umgang mit Behörden. Sichtbar wurde vor allem, wie eng rechtliche und finanzielle Fragen zusammenhängen, oft zulasten der Mütter. Als Ansatzpunkte nehmen wir mit: mehr Transparenz bei Unterhalts- und Förderregelungen, digitale One-Stop-Shop-Lösungen, flexiblere Kinderbetreuung und gezielte Entlastungen – die wir nun in konkrete Forderungen übersetzen.

Ein Austausch mit interessierten Frauen, von denen viele selbst im Gesundheitswesen arbeiten. Einig waren wir uns: Reformen sind unausweichlich, um Wartezeiten, Vor-Ort-Versorgung und den Zugang zu Leistungen zu verbessern – besonders für das Personal im täglichen Einsatz. Im Anschluss startete unsere Kampagne „Wo tuat’s weh?“ mit der großen Umfrage zum Gesundheitssystem.

Zentrales Thema war die gerechte Aufteilung von Care-Arbeit. In persönlichen Gesprächen wurde deutlich, wie tief das Thema im Alltag zwischen Beruf, Familienorganisation und eigenen Bedürfnissen verankert ist. Einig waren wir uns: Echte Entlastung entsteht nicht durch das Delegieren einzelner Aufgaben, sondern erst, wenn Verantwortung als Ganzes geteilt wird – auch eine Frage politischer Bewusstseinsbildung und der Rahmenbedingungen.

Ziel war es, Anforderungen an den öffentlichen Raum aus weiblicher Sicht sichtbar zu machen. Kommunalpolitikerin Mechtild Bawart gab Einblicke, warum Frauenbeteiligung entscheidend ist; in Storytelling-Runden entwarfen die Teilnehmerinnen ihre „ideale Gemeinde“. Ergebnis: Mehr weibliche Perspektiven in Gremien und Planung führen zu messbar besseren Entscheidungen für alle.

Mit Sportphysiotherapeutin und Karate-Schwarzgurt Eva Kathrein trainierten wir das frühe Erkennen von Gefahrensituationen, Deeskalation und einfache Selbstschutz-Skills – Stand, Distanz, Stimme, Blickführung und ausgewählte Befreiungstechniken. Viele Teilnehmerinnen gingen mit spürbar mehr Sicherheit und einer klaren „Ich darf Grenzen setzen“-Haltung nach Hause.

Rückblick auf die ersten drei Abende zu Gleichberechtigung, Frauengesundheit und Finanzen, gemeinsam mit Johannes Gasser. Als prioritäre Hebel wurden u. a. flexiblere Arbeitszeitmodelle, die Entkoppelung von Kinderbetreuungsplatz und Erwerbstätigkeit sowie die Aufwertung von Care-Arbeit genannt. Die Anliegen werden nun in konkrete politische Schritte übersetzt und im Netzwerk weiterverfolgt.

Mit Finanzexpertin und Autorin Isabella Sonnweber ging es um Wege in die finanzielle Unabhängigkeit – von hemmenden Glaubenssätzen bis zu strukturellen Hürden wie Teilzeitfalle, fehlendem Pensionssplitting und mangelnder Anerkennung von Care-Arbeit. Daraus leiteten wir zwei Ebenen ab: politisch u. a. Finanzbildung ab der Schule, EU-Lohntransparenz und automatisches Pensionssplitting; persönlich u. a. offener über Geld zu sprechen und die eigene Leistung realistisch zu bewerten. Fazit: Finanzielle Freiheit ist Voraussetzung für Gleichberechtigung.

Gemeinsam machten wir sichtbar, was Frauen brauchen, um physisch und psychisch gesund zu sein. Deutlich wurden Forschungslücken (etwa Endometriose), fehlendes Wissen zu Menstruation und Menopause, Mental Load und zu wenige Kassenärzt:innen. Zentrale Maßnahmen: eine leicht zugängliche Anlaufstelle für Frauengesundheit, mehr psychische Hilfe auf Krankenschein, Aufklärung an Schulen und mehr Prävention.

Am Auftaktabend schufen wir einen offenen Raum für Begegnung und Storytelling rund um die Frage, was es für ein gleichberechtigtes Vorarlberg braucht. Aus den Gesprächen kristallisierten sich sechs Handlungsfelder heraus – von geteilter Verantwortung in der Karenz über verlässliche Kinderbetreuung bis zu mehr Frauen in politischer Verantwortung. Diese Themen vertiefen wir in den folgenden Abenden.
