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Wohnen, Energie und Lebensmittel werden immer teurer, immer mehr Familien haben Schwierigkeiten, laufende Kosten zu begleichen. Wer aus eigener Kraft gegensteuern will, versucht wieder verstärkt in den Beruf einzusteigen oder arbeitet mehr – und trifft dann auf enorm hohe Kosten für die Kinderbetreuung. Hier könnte die Landesregierung Familien zumindest eine Sorge nehmen und die Betreuungskosten schrittweise abschaffen.
Der Zugang zu guter Kinderbetreuung – der ersten Bildungseinrichtung im Leben eines Kindes – darf nicht vom Gehalt der Eltern abhängen. Und Frauen sollten sich nicht die Frage stellen müssen: „Rentiert es sich überhaupt, dass ich arbeiten gehe?“ Das erreichen wir nur mit kostenfreier Kinderbetreuung für alle. Im Vergleich mit anderen Bundesländern oder mit Ländern wie Dänemark wirken die hohen Kosten und das noch zu geringe Angebot wie aus der Zeit gefallen. Für zum Teil wenig treffsichere Maßnahmen wurden Milliarden ausgegeben – bei der Bildung und Betreuung der Kleinsten heißt es dagegen „das ist zu teuer“. Hier braucht es einen Perspektiven- und Prioritätenwechsel.
Ein Betreuungsplatz für ein zweijähriges Kind kostet für fünf Vormittage derzeit über 200 Euro; mit ein bis zwei Nachmittagen und Mittagessen schnell über 300 Euro, bei mehreren Kindern entsprechend mehr. In Zeiten der Teuerung ist das viel Geld, das erst verdient werden muss – kein Wunder, dass Familien ihre Betreuung und damit oft ihre Arbeitsstunden reduzieren. Andere Bundesländer sind hier schon weiter: Wien, Burgenland und Kärnten setzen auf kostenfreie Kinderbetreuung, in Ober- und Niederösterreich ist zumindest der Vormittag frei, und auch Salzburg macht erste Schritte.
Die Qualität darf darunter nicht leiden. Vorbild ist Dänemark: Dort liegt der Betreuungsschlüssel bei 0- bis 2-Jährigen bei 1:3,5, und das Land investiert 1,3 Prozent des BIP in die Elementarbildung – in Österreich sind es 0,7 Prozent. Unser Ziel ist eine Kinderbetreuung, die die Kinder ins Zentrum rückt, Eltern nachhaltig entlastet und Pädagoginnen und Pädagogen gute Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung bietet. Das ist ein großes Vorhaben – aber keine Utopie, wie Dänemark zeigt.
Während andere Bundesländer längst auf Kostenfreiheit setzen, gilt in Vorarlberg noch das System der sozialen Staffelung. Die letzten bekannten Zahlen zeigen: Nur noch rund 3 Prozent der betreuten Kinder profitieren von reduzierten Tarifen – der niedrigste Wert seit Jahren. Der Großteil der Familien zahlt weiterhin den im Bundesländervergleich sehr hohen Normaltarif.
Kleinere Anpassungen der Staffelung waren zudem nur durch massiven Druck – auch von unserer Seite – möglich. Für uns bleibt die Frage: Erreicht die soziale Staffelung ihr Ziel? Gerade in einer krisenbelasteten Zeit stellt die Teuerung Eltern vor besondere Herausforderungen. Deshalb fragen wir weiter nach Zahlen, Daten und Fakten, um faktenbasiert die nächsten Schritte hin zu einem kostengünstigen – bis kostenfreien – Angebot zu gehen.
- Claudia Gamon, Landessprecherin NEOS Vorarlberg