WIFO-Wohnstudie: Mutlose Wohnpolitik und Ankündigungsmodus endlich beenden

Wohnen in Vorarlberg wird für immer mehr Menschen zur finanziellen Belastung. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit 2011 sind die Mieten um 61 Prozent gestiegen, die Einkommen hingegen nur um 39 Prozent. Für viele Menschen ist das längst im Alltag spürbar – während die Wohnkosten explodieren, bleibt vom Einkommen immer weniger übrig. Gleichzeitig wird Wohneigentum für breite Teile der Bevölkerung zunehmend unerreichbar. Die Eigentumsquote sinkt in Vorarlberg stärker als in anderen Bundesländern. Der Traum vom eigenen zuhause rückt für viele Menschen in immer weitere Ferne. „Vorarlberg ist längst nicht mehr das Bundesland von ‚Schaffa, schaffa, Hüsle baua‘. Heute gilt viel zu oft: ‚Schaffa, schaffa – teure Wohnungen mieten“, kritisiert NEOS-Landtagsabgeordnete Lackner. Eine aktuelle WIFO-Studie liefert wichtige Erkenntnisse und zeigt deutlich: Die Wohnbauförderung verfehlt zunehmend die Mittelschicht. Für NEOS ist daher klar, dass es in Vorarlberg ein grundlegendes Umdenken braucht.
Plan Eigentum statt Stillstand
„Mit den bestehenden Instrumenten werden wir die Probleme am Wohnungsmarkt nicht lösen“, betont Lackner. „Die zentrale Frage ist: Wollen wir Eigentum für die Mitte der Gesellschaft ermöglichen – oder verabschiedet sich die Landesregierung stillschweigend von diesem Ziel?“ Für NEOS ist klar: Wer Eigentum ermöglichen will, muss handeln. Die Wohnbauförderung muss grundlegend überarbeitet, Regeln vereinfacht und der Wohnbau konsequent entbürokratisiert werden. Alles Forderungen, die wir NEOS seit Jahren aufbringen und die ÖVP im Ausschuss immer ablehnt oder vertagt. Die ÖVP-geführte Landesregierung muss endlich aus dem reinen Ankündigungsmodus herauskommen. Dieses Zögern ist politisch nicht nachvollziehbar und wird der Verantwortung gegenüber den Menschen im Land nicht gerecht.“
Mehr Angebot statt falscher Prioritäten
Auch bei der Verwendung der Wohnbauförderungsbeiträge sieht Lackner dringenden Handlungsbedarf: „Die Beiträge der Steuerzahler:innen müssen endlich dort ankommen, wo sie hingehören – im Wohnbau.“ Während die Beiträge österreichweit ähnlich hoch sind, fließt in Vorarlberg ein überdurchschnittlich großer Teil in Wohnbeihilfen, während der gemeinnützige Wohnbau hinterherhinkt. Die Folge: zu wenig neue Wohnungen, zu wenig Entlastung am Markt. „Wenn Vorarlberg so weitermacht, wird es Jahrzehnte dauern, bis Vorarlberg überhaupt den österreichischen Durchschnitt im gemeinnützigen Wohnbau erreicht. Das ist ein politisches Versagen auf Zeit mit Startschuss im Jahr 2026.“
Gerade der gemeinnützige Wohnbau ist eine zentrale Säule für leistbares Wohnen – für junge Menschen beim Start ins eigenständige Leben ebenso wie für ältere alleinstehende Frauen, die besonders unter steigenden Kosten leiden.
Klare Strategie statt Ausreden und Ankündigungen
Für Lackner steht fest: „Wohnen ist eine der zentralen Zukunftsfragen unseres Landes und meiner Generation. Es reicht nicht mehr, Probleme zu verwalten – Vorarlberg braucht endlich eine ambitionierte Wohnpolitik, die ermöglicht, dereguliert und öffentliche Mittel wirkungsorientiert einsetzt.“ Die Landesregierung sei jetzt gefordert, gemeinsam mit relevanten Partnern eine klare und mutige Strategie zu entwickeln. „Alles andere wäre nichts als ein ewiges Weiterwurschteln auf Kosten der Menschen.“

