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Gamon fragt bei Landes-KI VOKI und Personalsoftware V-Lohn: Wird die Landesregierung schlecht beraten?
NEOS unterstützen die Digitalisierung der Verwaltung, kritisieren aber, dass Projekte des Landes immer wieder unverhältnismäßig teuer und schlecht umgesetzt würden. Zwei aktuelle Beispiele: eine neue Personalsoftware um über 17 Millionen Euro und eine Landes-KI auf Basis eines chinesischen Modells, die schon kurz nach dem Start mit Falschauskünften auffällt. NEOS fordern eine vollständige Kostenrechnung, die Offenlegung der Modellwahl und messbare Ziele, an denen sich der Nutzen beider Projekte überprüfen lässt. Zu beiden Projekten haben NEOS Anfragen an Landeshauptmann Markus Wallner eingebracht.
„Wir sind für Digitalisierung. Aber warum werden diese Projekte so oft schlecht umgesetzt und kosten so unverhältnismäßig viel? Da drängt sich die Frage auf, ob die Landesregierung schlecht beraten wird oder sich gar über den Tisch ziehen lässt“, sagt Klubobfrau Claudia Gamon.
VOKI: Eine KI, damit man eine KI hat
Die Landes-KI VOKI basiert laut Medienberichten auf dem Modell Qwen des chinesischen Konzerns Alibaba – bei der Präsentation war davon keine Rede. Beworben wurde vor allem die Datensicherheit durch einen eigenen Server. Dieser halte zwar die Daten im Haus, ändere aber nichts daran, was das Modell gelernt habe – Fehler und Verzerrungen inklusive. Wenige Tage nach dem Start machte VOKI Altlandeshauptmann Herbert Sausgruber zum FPÖ-Politiker, führende Verwaltungsmitarbeiter forderten laut Medienberichten die Abschaltung. Der Bund setzt hingegen auf das französische Modell Mistral.
„Das ist dekorative Digitalisierung: Man will sagen können, man hat eine KI. Ob sie das Arbeitsleben der Mitarbeitenden tatsächlich einfacher macht, bezweifeln wir. Und warum ausgerechnet Alibaba, während ganz Europa darüber diskutiert, wie wir unabhängiger von China werden?“, kritisiert Gamon.
V-Lohn: 17 Millionen Euro ohne nachvollziehbare Rechnung
Dass das Land seine fast 30 Jahre alte Lohnsoftware gemeinsam mit Krankenhäusern und Gemeinden ablöst, ist richtig. Warum das über 17 Millionen Euro kosten muss, kann das Land aber nicht erklären. Am Ende der Ausschreibung blieb ein einziges zuschlagsfähiges Angebot, die Aufteilung der Kosten hält das Land mit Verweis auf Geschäftsgeheimnisse zurück. Die genannte Ersparnis vergleiche nur Lizenzkosten von Land und Krankenhäusern – ohne Gemeinden und ohne Einführung und Beratung. Mehrere Gemeinden berichten zudem von einer chaotischen Umsetzung und haben den Umstieg teils um ein Jahr verschoben. NEOS fordern eine Gesamtrechnung für alle Beteiligten, Mitsprache der Gemeinden bei Folgekosten und eine Evaluierung nach einem Jahr.
„17 Millionen Euro für eine Personalsoftware sind schlicht nicht nachvollziehbar. Wer eine Ersparnis vorrechnet, dabei aber die Kosten für die Gemeinden und die Einführungskosten einfach unter den Tisch fallen lässt, betreibt keine seriöse Kostenrechnung, sondern Zahlen-Voodoo“, befindet Gamon abschließend.