Mathis: Weg frei für einen Reitstall in Hohenems

Stadtvertretung beschließt, die Umwidmung einzuleiten. NEOS haben das Thema auf den Tisch gebracht und eine Lösung möglich gemacht, während die ÖVP gebremst hat.
Die Hohenemser Stadtvertretung hat am Dienstag den Weg für einen Reitstall freigemacht. Mit 22:14 Stimmen wurde die notwendige Einleitung der Umwidmung gemeinsam beschlossen. Damit ist der Weg für ein ordentliches Bewilligungsverfahren frei, der nächste Schritt ist die Herausnahme aus der Landesblauzone. „Heute ist ein guter Tag für die Hohenemser Tierfreunde. Wir sind froh, dass es zu diesem gemeinsamen Beschluss gekommen ist“, sagt Christian Mathis, NEOS-Stadtvertreter und Fraktionsobmann in Hohenems.
Seit Generationen ein Ort für Tiere und Kinder
Hinter der langwierigen Situation stehen Hohenemserinnen und Hohenemser, die mit Herzblut bei der Sache sind. Die Anlage im Ried ist seit Generationen in Familienhand, Kinder nehmen dort ihre ersten Reitstunden. Seit einer Anzeige lebte die Familie jahrelang mit der Angst vor dem Abriss. Mathis war vor Ort und hat mit den Betreibern gesprochen. „Man sieht, wie viel Liebe in so einer Anlage steckt. Wichtig war uns, dass keine Nachbarn gestört werden und das Tierwohl gesichert ist. Beides ist hier der Fall. Jetzt hat die Familie endlich wieder Hoffnung, dass sie weitermachen kann“, so Mathis.
Die ÖVP stand auf der Bremse
Die Antwort auf eine NEOS-Anfrage zeigte: In ganz Hohenems gibt es keine einzige Fläche, die für Pferdehaltung gewidmet ist, ein Reitstall war „bislang kein raumplanerisches Ziel“. ÖVP-Raumplanungsstadtrat Thomas Fußenegger sah die Umwidmung kritisch. „Während die betroffene Familie um ihre Pferde gebangt hat, hat sich ÖVP-Stadtrat Fußenegger hinter ‚übergeordneten Zielen‘ und raumplanerischen Zielsetzungen versteckt. Wer Hohenemserinnen und Hohenemsern in so einer Situation nur Paragrafen und Pläne entgegenhält, hat seine Aufgabe nicht verstanden. Politik ist dafür da, Lösungen zu finden, nicht Ausreden“, so Mathis.
Die FPÖ war nicht geschlossen, aber mehrheitlich dafür
16 der 22 Ja-Stimmen kamen aus der FPÖ, zwei Stadtvertreter der Bürgermeisterfraktion stimmten dagegen. Bürgermeister Dieter Egger begründete seine Entscheidung mit dem Willen zur Lösung und sah keinen Nachteil für die Stadt. „Statt eines teuren Abbruchs wird jetzt endlich an Lösungen gearbeitet, und ein realistischer Fahrplan lässt die Familie wieder besser schlafen. Wir bleiben dran, bis alles sauber abgeschlossen ist, und setzen uns weiter für ein pferdefreundliches Hohenems ein“, sagt Mathis abschließend.




