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Gleichstellung im Schneckentempo: NEOS fordern Ziele statt Ankündigungen

Katharina Fuchs
Katharina Fuchs
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© NEOS

Fuchs: „Frauen verdienen in Vorarlberg 44 Prozent weniger – so groß ist die Lücke in keinem anderen Bundesland“

Frauen verdienen in Vorarlberg 44 Prozent weniger als Männer, selbst bei ganzjähriger Vollzeit sind es noch 20 Prozent. Ihre Pension ist um 45 Prozent niedriger. In keinem anderen Bundesland ist die Lücke so groß. Die Landesregierung spricht dennoch von einem „differenzierten Bild“. Für NEOS-Frauensprecherin Katharina Fuchs ist das Schönfärberei: „Vorarlberg ist bei der Gleichstellung österreichweit Schlusslicht, und die Landesregierung feiert Teilerfolge. Seit 26 Jahren wird gemessen, und seit einem Vierteljahrhundert liegt der Frauenanteil unter den Vollzeitbeschäftigten bei rund 30 Prozent. Das ist kein Fortschritt, das ist Stillstand.“

Dass Landesrätin Barbara Schöbi-Fink nun einen Aktionsplan ankündigt, überzeugt Fuchs nicht. „Ankündigungen hatten wir genug. Ein Aktionsplan ohne verbindliche Ziele, ohne Zeitplan und ohne Budget ist nur der nächste Bericht für die Schublade.“ NEOS fordern deshalb klare Zielwerte für die Ganztagsbetreuung, für die Väterbeteiligung und für die Verringerung der Einkommenslücke. Zudem solle die Landesregierung jährlich im Landtag Rechenschaft ablegen, ob sie diese Ziele erreicht. Entscheidend sei, dass aus dem Bericht endlich ein Arbeitsauftrag wird und nicht weitere 26 Jahre nur darüber geredet wird.

Wie groß die Lücke zwischen Ankündigung und Wirklichkeit ist, zeige die Kinderbildung. 84 Prozent der Einrichtungen sind ganztägig geöffnet, ganztägig betreut werden aber nur 15 Prozent der Kinder. Österreichweit sind es 55 Prozent. „Die Landesregierung verkauft den Versorgungsauftrag als Erfolg. Aber ein Ganztagsplatz, der nicht zum Arbeitsalltag passt, hilft niemandem. Wenn jede sechste Einrichtung mehr als 50 Tage im Jahr geschlossen hat, stopfen am Ende wieder die Mütter die Lücken“, kritisiert Fuchs. Es brauche weniger Schließtage, ein verlässliches Ganzjahresangebot und eine echte Aufwertung der Elementarpädagogik.

Die Folgen ziehen sich durch das ganze Erwerbsleben. In Vorarlberg arbeiten 82 Prozent der Mütter mit Kindern unter 15 Jahren in Teilzeit, österreichweit sind es 72 Prozent. Bei den Vätern sind es sechs Prozent, und nur zwölf Prozent der Väter gehen mindestens zwei Monate in Karenz. „Die Rechnung dafür zahlen Frauen spätestens in der Pension. Solange Kinderbetreuung bei uns automatisch Frauensache ist, wird sich an der Einkommenslücke nichts ändern“, so Fuchs. Das Land müsse eine partnerschaftliche Aufteilung der Karenz gezielt fördern und Frauen ehrlich darüber informieren, was lange Teilzeit für ihre Pension bedeutet.

„Frauen sollen frei entscheiden können, wie sie Beruf und Familie vereinbaren. Davon sind wir in Vorarlberg weit entfernt, solange die Strukturen die Entscheidung vorwegnehmen“, betont Fuchs. „Vorarlberg kann es sich als Industrie- und Wirtschaftsstandort nicht leisten, das Potenzial so vieler gut ausgebildeter Frauen zu verschenken. Die Landesregierung muss jetzt liefern.“

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