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Mobbing an Vorarlbergs Schulen: NEOS fordern Fokus auf Schüler:innen statt Zuständigkeits-Pingpong

Fabienne Lackner
Fabienne Lackner
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© NEOS

NEOS-Jugendsprecherin Fabienne Lackner sieht angesichts aktueller Fälle von Mobbing an Vorarlberger Schulen weiterhin Handlungsbedarf: „Die Entwicklungen, teilweise bis hin zu tragischen Konsequenzen und laufenden Klagen, zeigen, wie schwerwiegend das Problem ist. Die jungen Menschen müssen im Fokus stehen, und hier sind niederschwellige Lösungen gefordert.“ 

Eine neuerliche Anfrage an Landesrätin Barbara Schöbi-Fink zeigt, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht. „Die Antworten sind unzureichend. Es fehlt aktuell vor allem an belastbaren und vergleichbaren Daten“, so Lackner. „Wir haben kein einheitliches Meldesystem. Meldungen erfolgen uneinheitlich oder gar nicht. Das führt zu einem massiven Dunkelfeld. Ohne Daten bleibt unklar, ob bestehende Maßnahmen wirken.“ Gerade für die Landesrätin bzw. die Mobbing-Koordinationsstelle sollte ein umfassender Überblick über die tatsächliche Situation zentral sein. Derzeit ist weder die Entwicklung von Mobbingfällen nachvollziehbar noch ersichtlich, ob Präventionsmaßnahmen greifen. Dass von 96 Meldungen im Schuljahr 2024/25 lediglich eine von einem Schüler und eine von einem Schulsozialarbeiter stammt, zeigt zusätzliche Schwächen im System. 

Einheitliches, niederschwelliges digitales Meldesystem gefordert 

Die Mobbing-Koordinationsstelle (KoMo) müsse laut NEOS für alle Stakeholder und vor allem für Schüler:innen greifbarer werden. „Wenn nur einer von 96 gemeldeten Fällen direkt von einem Schüler oder einer Schülerin stammt, müssen wir uns fragen, ob die Stelle ausreichend zugänglich ist. Dann gehen die bestehenden Strukturen an der Lebensrealität der Betroffenen vorbei“, betont Lackner. „Im besten Fall findet Mobbing gar nicht erst statt. Aber wenn sich Schüler:innen weder den Eltern noch schulintern anvertrauen wollen oder können, braucht es niederschwellige und auch digitale Möglichkeiten, extern Hilfe zu suchen und Fälle zu melden.“ Daher müssten Schüler:innen Mobbing unkompliziert und auch digital melden können. Dafür brauche es ein einheitliches, landesweites Meldesystem sowie eine Koordinationsstelle, die für junge Menschen sichtbarer ist. 

Mehr Fortbildungsangebot für Lehrpersonal 

Kritisch sieht NEOS auch den Umgang mit Fortbildungen für Lehrpersonal. In vergangenen Anfragen hieß es noch, dass „Ausbildungslehrgänge vom Land finanziert und organisiert“ werden. So wurde unter anderem berichtet, dass in den letzten Jahren ca. 180 Lehrpersonen über die Finanzierung der Bildungsdirektion im Bereich Sozialtraining qualifiziert wurden. In weiterer Folge fanden diese jedoch nicht mehr statt und wurden teilweise durch Angebote im Bereich Autismus ersetzt. Nun werde salopp auf den Bund verwiesen. „Die Menschen vor Ort brauchen Unterstützung, kein Zuständigkeits-Ping-Pong. Prävention steht und fällt mit gut ausgebildeten und sensibilisierten Lehrkräften. Jedes Kind muss sich sicher fühlen können. Dafür trägt auch die Politik im Land Vorarlberg Verantwortung“, so NEOS-Landtagsabgeordnete Lackner abschließend.

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