Wien, NÖ, Salzburg, Steiermark senken KU2 – Vorarlberg muss jetzt nachziehen und die KU2 abschaffen
Hohe Lohnnebenkosten, überbordende Strukturen und steigender Kostendruck gefährden Wettbewerbsfähigkeit des Standorts

Bregenz/Wien, 29.05.2026. UNOS – Unternehmerisches Österreich und NEOS in Vorarlberg fordern rasche und spürbare Entlastungen für die Vorarlberger Wirtschaft. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz in Bregenz machten Michael Bernhard und Claudia Gamon deutlich: Die hohen Lohnnebenkosten, langsame Reformprozesse und ineffiziente Strukturen setzen heimische Betriebe massiv unter Druck.
„Arbeit ist in Österreich schlicht zu teuer geworden. Arbeitgeber zahlen hierzulande rund 30 Prozent des Bruttolohns zusätzlich an Lohnnebenkosten – in der Schweiz, mit der Vorarlberg direkt konkurriert, liegt dieser Wert bei etwa 13 Prozent. Das ist ein massiver Wettbewerbsnachteil für unsere Betriebe im Grenzraum“, erklärt Bernhard.
Gerade kleine und mittlere Unternehmen würden die Belastung unmittelbar spüren. „Viele Unternehmerinnen und Unternehmer überlegen mittlerweile zweimal, ob sie zusätzliche Mitarbeiter einstellen oder Investitionen tätigen. Das ist ein ernstes Warnsignal für den Standort“, so Bernhard weiter.
Vier Bundesländer machen es vor – Vorarlberg hat keine Ausreden mehr
Der Dominoeffekt läuft – und Vorarlberg schaut zu: Das Wirtschaftsparlament Wien hat am 20. Mai 2026 eine schrittweise Senkung der KU2 um rund 25 Prozent beschlossen. Salzburg und Niederösterreich haben ihre KU2-Hebesätze bereits mit 1. Jänner 2026 gesenkt und weitere Senkungen auf 0,18 Prozent bis 2030 beschlossen. Die WKO Steiermark hat am 28. Mai 2026 beschlossen, die KU2 ebenfalls schrittweise von 0,22 auf 0,18 Prozent bis 2030 zu reduzieren. Vier Bundesländer – eine klare Richtung. Vorarlberg: keine Bewegung. Der KU2-Gesamthebesatz liegt unverändert bei 0,33 Prozent. UNOS und NEOS Vorarlberg fordern daher die sofortige Senkung und die vollständige Abschaffung der KU2 bis 2029.
„Dass die Kammerumlage 2 in Wien gesenkt wird, ist grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung. Aber aus unserer Sicht geht dieser Schritt nicht weit genug und vor allem dauert die Umsetzung viel zu lange“, sagt Bernhard. „Die Unternehmen kämpfen jetzt und nicht erst nächstes Jahr oder in zwei Jahren.“
Auch Gamon sieht dringenden Handlungsbedarf in Vorarlberg: „Die Kammerumlage 2 ist eine versteckte Steuer auf Beschäftigung. Wer mehr Mitarbeiter beschäftigt, zahlt mehr – genau das ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten das falsche Signal.“
NEOS Vorarlberg: „KU2 muss vollständig abgeschafft werden“
NEOS Vorarlberg sprechen sich klar für die vollständige Abschaffung der KU2 aus. Gleichzeitig kritisiert Gamon die hohen Rücklagen der Wirtschaftskammer Vorarlberg.
„Während Betriebe Stellen abbauen, Produktionen verlagern und unter enormem Kostendruck stehen, sitzt die Wirtschaftskammer Vorarlberg auf einem Eigenkapital von über 75 Millionen Euro. Das ist den Mitgliedsbetrieben immer schwerer zu erklären“, so Gamon.
Die Zusammenlegung von WISTO und Vorarlberg Tourismus zeige zudem, dass auch bestehende Standortstrukturen kritisch hinterfragt werden müssten. „Wenn Organisationen zusammengelegt werden, ist das auch ein Eingeständnis dafür, dass Strukturen effizienter werden müssen. Entscheidend ist, dass öffentliche Mittel tatsächlich bei den Betrieben und am Standort ankommen – und nicht in aufgeblähten Parallelstrukturen versickern.“
Petition zu Lohnnebenkosten läuft weiter
Trotz der Ankündigung der Bundesregierung, im Rahmen des Doppelbudgets eine Senkung der Lohnnebenkosten vorzusehen, wollen UNOS den politischen Druck weiter erhöhen.
„Dass das Thema nun überhaupt auf Bundesebene diskutiert wird, ist auch dem konsequenten Druck von UNOS und NEOS zu verdanken. Trotzdem lassen wir unsere Petition bewusst weiterlaufen“, betont Bernhard. „Erstens ist noch nichts endgültig beschlossen, zweitens reichen die bisher angekündigten Schritte aus unserer Sicht nicht aus. Wir wollen klar zeigen, dass echte Entlastung für Unternehmerinnen und Unternehmer im ganzen Land höchste Priorität hat.“
Abschließend betonen UNOS und NEOS, dass Entlastung keine ideologische Frage sei, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit: „Ein wettbewerbsfähiger Standort entsteht nicht durch höhere Belastungen, sondern durch Rahmenbedingungen, die Beschäftigung, Investitionen und Wachstum ermöglichen.“
UNOS - Unternehmerisches Österreich vertreten seit 2014 die Interessen liberal denkender Unternehmerinnen und Unternehmer und sind in acht Wirtschaftsparlamenten präsent.




