NEOS Fuchs: „Kinderbetreuung braucht Vertrauen statt Straflogik“

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Die Diskussion rund um die Aufwandspauschale in der Kinderbetreuung in Langen bei Bregenz zeigt für NEOS Bildungssprecherin Katharina Fuchs, dass es in der Kinderbetreuung mehr Kooperation und weniger Misstrauen braucht.
„Verlässlichkeit in der Kinderbetreuung ist wichtig. Pädagoginnen und Pädagogen brauchen Planungssicherheit, faire Arbeitsbedingungen und Respekt für ihre Arbeit. Aber genau deshalb braucht es Lösungen, die auf Zusammenarbeit setzen – nicht auf Straflogik“, so Fuchs. Kritisch sieht sie vor allem die Wirkung solcher finanziellen Sanktionen aus verhaltensökonomischer Sicht. Internationale Studien zeigen, dass Geldstrafen im Bereich der Kinderbetreuung oft genau das Gegenteil des gewünschten Effekts auslösen.
„Die meisten Eltern sind kooperativ, wenn ihnen selbst kooperativ begegnet wird. Eine pauschale Straflogik sendet aber das Signal aus: Wir trauen euch nicht. Aus einer Aufwandspauschale wird damit schnell eine Misstrauenspauschale“, erklärt Fuchs.
Sie verweist dabei auf die bekannte Studie der Ökonomen Uri Gneezy und Aldo Rustichini. Diese zeigte, dass Strafgebühren für verspätetes Abholen in Kinderbetreuungseinrichtungen nicht zu mehr Pünktlichkeit führten – sondern zu mehr Verspätungen. „Was vorher eine Frage von Verantwortung und gegenseitiger Rücksichtnahme war, wird plötzlich wie eine bezahlbare Leistung wahrgenommen“, sagt Fuchs.
Zusätzlich kritisiert die Bildungssprecherin den offenbar mangelhaften Prozess rund um die Einführung der Maßnahme. „Eltern brauchen Rechtssicherheit, Wahlmöglichkeiten und Einbindung, nicht Druck oder das Gefühl, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Die aktuellen Diskussionen zeigen außerdem, dass es hier dringend eine klare und faire Regelung braucht. So wie es jetzt ist, werden Eltern von ihrer jeweiligen Heimatgemeinde in eine Abhängigkeitsposition gedrängt. Die betroffenen Familien in Langen brauchen daher rasch eine adäquate Lösung. Kinderbetreuung funktioniert am besten dort, wo Beziehung, Vertrauen und Kooperation im Mittelpunkt stehen – nicht Misstrauen und Strafandrohung.“




