
Fabienne Lackner zu Rechnungsabschluss: Wohnbauförderung wird umgeschichtet und in die Zukunft verschoben

© NEOS
Zwölf Jahre, vier Befragungen, ein Befund: Es wird nicht besser! Nur 13 Prozent der Beschäftigten in den Landeskrankenhäusern sehen verbesserte Arbeitsbedingungen – obwohl das Land seit 2014 seine eigenen Frühwarndaten kennt. „Die Landeskrankenhäuser haben kein Erkenntnisproblem. Sie haben ein Handlungsproblem. Die Probleme werden auf die lange Bank geschoben und offenbar nur sehr halbherzig angegangen“, so NEOS-Gesundheitssprecherin Katharina Fuchs in einem ersten Befund.
Die am 23. Juni präsentierte AK-Studie zeichnet ein besorgniserregendes Bild: Jede achte beschäftigte Person arbeitet mit Burnout-Risiko, fast jede fünfte denkt oft oder immer ans Aufhören, mehr als die Hälfte fühlt sich für ihre Leistung nicht ausreichend anerkannt. „Unsere NEOS-Umfrage zum Gesundheitssystem hat bereits ähnliche Erkenntnisse geliefert. Das sind keine Momentaufnahmen, das ist ein Dauerzustand. Und ein Dauerzustand seit vielen Jahren, den man seit vier Erhebungen schwarz auf weiß kennt, ist kein Betriebsunfall mehr. Es wird offenbar so hingenommen“, so Fuchs.
Frauen tragen die Hauptlast
Besonders deutlich trifft es die Frauen. Mehr als sieben von zehn Beschäftigten in den Landeskrankenhäusern sind weiblich – und genau dort ballen sich die Belastungen. Private Pflege- und Betreuungspflichten sind bei Teilzeitkräften besonders hoch, der Wunsch nach anderen Dienstplänen wird vor allem mit Betreuungspflichten begründet. „Wir überlasten ausgerechnet jene, die das System tragen, und drängen sie dann in die Teilzeit. Wer das nicht ändert, verschärft den Personalmangel mit eigener Hand“, sagt Fuchs.
Eigentümerverantwortung des Landes
Für Katharina Fuchs stellt sich daher die Frage, was das Land als Eigentümer aus diesen Warnsignalen macht. „Landesrätin Rüscher sitzt dem Aufsichtsrat der KHBG vor. Sie kennt diese Entwicklung seit Jahren und trägt – genauso wie die Geschäftsführung der KHBG – Mitverantwortung“, so Fuchs.
Aus Sicht von Fuchs braucht es jetzt vor allem Antworten auf drei zentrale Fragen: Welche konkreten Maßnahmen wurden nach den bisherigen Befragungen gesetzt – und mit welchem messbaren Ergebnis? Wie erklärt das Land, dass nach mehr als zehn Jahren nur 13 Prozent der Beschäftigten eine Verbesserung wahrnehmen? Und welche Konsequenzen zieht die Eigentümerseite aus der aktuellen Studie?
Personalstrategie statt Beschwichtigung
„Was es braucht, ist keine weitere Studie, sondern endlich eine veröffentlichte und verbindliche Personalstrategie mit klaren Zielen, Zuständigkeiten und Rechenschaft. Dazu braucht es echte Entlastung bei Übergangspflege und Sozialindikationen, damit Personal dort eingesetzt werden kann, wo es gebraucht wird: bei den Patient:innen. Steuern statt Zuschauen“, so Fuchs abschließend.