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Schule zu - und jetzt? Verlässliche Ferienangebote statt sommerlicher Betreuungslücken

Ferienbetreuung darf keine Glückssache bleiben: NEOS fordern gesetzlich verbindliche Sommerbetreuung mit Qualität, verlässlichen Plätzen und sozial gestaffelten Beiträgen.

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Neun Wochen Sommerferien, rund fünf Wochen Urlaub: Diese Rechnung geht fürf Vorarlberger Familien nicht auf. Trotzdem ist Ferienbetreuung heute vielerorts noch immer eine Frage von Wohnort, Geld, Anmeldeglück und privatem Organisationsgeschick. Verlässlich ist das System nicht. NEOS Vorarlberg wollen diese Lücke jetzt gesetzlich schließen. Schülerbetreuung in den Ferien soll verbindlich im Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz geregelt werden – insbesondere für die Sommerferien. Ziel ist ein landesweit verlässliches Angebot mit klaren Qualitätsstandards, planbarer Platzverfügbarkeit und sozial gestaffelten Elternbeiträgen. „Vorarlberg darf Familien im Sommer nicht länger mit einem Flickenteppich aus freiwilligen Angeboten alleinlassen. Ferienbetreuung muss verbindlich, qualitätsvoll und leistbar sein. Wer arbeiten will, muss wissen: Mein Kind ist auch in den Ferien gut betreut – unabhängig von Wohnort und finanziellen Möglichkeiten“, sagt NEOS-Klubobfrau Claudia Gamon.

Konkret sollen Gemeinden verpflichtet werden, freizeitpädagogische Konzepte zu erarbeiten. Fachlich unterstützt werden sollen sie dabei von der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg, die mit ihrem Lehrgang für Freizeitpädagogik die notwendige Expertise mitbringt. Damit wird aus sommerlicher Improvisation ein planbares Angebot – für Kinder, Eltern, Gemeinden und Betriebe.

Jeden Sommer dieselbe Lücke Für Kinder sind die großen Ferien ein Versprechen von Freiheit, für viele Eltern aber ein logistischer Hürdenlauf. In Vorarlberg lebten 2025 mehr als 52.000 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und unter 18 Jahren. Ihre Familien stehen jedes Jahr vor derselben Frage: Wie lassen sich neun schulfreie Sommerwochen gut, leistbar und verlässlich überbrücken?

Private Angebote sind oft teuer, rasch ausgebucht oder zeitlich zu kurz. Vereine leisten wichtige Arbeit, stoßen aber ebenfalls an Grenzen. Nicht jede Gemeinde hat überhaupt ein Ferienbetreuungsangebot. Manche Gemeinden bieten gute Programme, andere kaum etwas. Manche Angebote sind pädagogisch wertvoll, andere bloße Überbrückung. Besonders hart trifft diese Lücke Alleinerziehende und Familien mit niedrigerem Einkommen.

Heute entscheidet zu oft die Postleitzahl

Wer in der richtigen Gemeinde wohnt, früh genug dran ist und es sich leisten kann, findet häufig eine Lösung. Alle anderen müssen improvisieren: mit Urlaubstagen, Großeltern, Homeoffice, Nachbarschaftshilfe oder teuren Zusatzangeboten. Das ist für Eltern belastend, für Kinder ungerecht und für den Wirtschaftsstandort kurzsichtig.

“Ferienbetreuung darf nicht heißen, Kinder irgendwo zu verwahren. Es braucht Angebote, in die Kinder gerne gehen - mit Bewegung, Kreativität, sozialem Lernen, Erholung und pädagogischem Anspruch. Genau deshalb reichen punktuelle Initiativen nicht aus.

Vorarlberg braucht einen verbindlichen Rahmen”, fordert NEOS-Bildungssprecherin Katharina Fuchs.

Verlässlichkeit braucht Flexibilität Neben der Verlässlichkeit entscheide ein zweiter Punkt über gute Ferienbetreuung: Flexibilität. “Das Leben lässt sich nicht am Reißbrett planen – wenn Eltern schon im März auf den Tag genau festlegen müssen, wann sie Betreuung brauchen, bleibt für Unvorhergesehenes kein Raum. Anmelden heißt bezahlen, und mancherorts drohen bei Verspätungen oder Absagen zusätzliche Pönalen”, betont Fuchs. In Langen bei Bregenz sorgten zuletzt verpflichtende „Verwaltungsaufwandspauschalen“ und angedrohte Strafzahlungen für Aufregung; der Landesvolksanwalt sah dafür keine gesetzliche Grundlage, auch das Land äußerte rechtliche Zweifel.

„Man muss ehrlich sein: Manchen Gemeinden ist die Ferienbetreuung für Volksschulkinder schlicht lästig – also macht man sie mit Pauschalen, starren Regeln und Strafdrohungen möglichst unattraktiv. Wenn Vorarlberg der chancenreichste Lebensraum für Kinder sein will, müssen wir den Spieß umdrehen: Kein Kind soll den Sommer als Strafe erleben. Wer hingeht, soll etwas erleben, Freundinnen und Freunde treffen und Spaß haben“, sagt NEOS-Bildungssprecherin Katharina Fuchs.

Besonders angewiesen auf ein flexibles Angebot sind jene, die in der Debatte um Vereinbarkeit oft übersehen werden: die Alleinerziehenden. Rund 12.000 Haushalte in Vorarlberg, gut 90 Prozent davon Frauen, jonglieren im Sommer Betreuung, Beruf und Alltag – meist auf sich allein gestellt und gerade im ländlichen Raum mit einem dünneren Angebot konfrontiert.

„Vergessen wir die Alleinerziehenden nicht. Für sie ist der Sommer kein Nebenschauplatz, sondern jedes Jahr eine echte Belastungsprobe. Genau diese Familien brauchen ein verlässliches, leistbares und flexibles Angebot am dringendsten“, so Fuchs.

Die NEOS-Forderung: Verlässlichkeit statt sommerlicher Improvisation

Der NEOS-Antrag setzt genau hier an: Die Schülerbetreuung soll verbindlich im Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz geregelt werden. Damit wird Ferienbetreuung nicht länger als freiwillige Zusatzleistung verstanden, sondern als planbare Aufgabe im Sinne von Vereinbarkeit, Bildungsgerechtigkeit und Standortpolitik.

Die Gemeinden sollen verpflichtet werden, entsprechende freizeitpädagogische Konzepte zu erarbeiten. Bei deren Erstellung sollen sie von der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg fachlich unterstützt werden. Zugleich sollen einheitliche Qualitätsstandards, verlässliche Platzverfügbarkeit und eine soziale Staffelung der Elternbeiträge sichergestellt werden.

Die drei Säulen

Verbindlich: Schülerbetreuung in den Ferien wird gesetzlich geregelt - insbesondere für die langen Sommermonate.

Qualitätsvoll: Gemeinden erarbeiten freizeitpädagogische Konzepte; die Pädagogische Hochschule Vorarlberg unterstützt fachlich.

Leistbar: Elternbeiträge werden sozial gestaffelt, damit gute Ferienbetreuung nicht am Einkommen scheitert.

Vom Stresstest für Eltern zur verlässlichen Landesaufgabe

Mit dem Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz wurde ein wichtiger Schritt für bessere Vereinbarkeit gesetzt. Jetzt muss der nächste folgen: eine verbindliche Regelung der Schülerbetreuung in den Ferien. Denn solange Familien jedes Jahr aufs Neue improvisieren müssen, bleibt Vereinbarkeit ein Versprechen mit Ablaufdatum – spätestens zu Beginn der Sommerferien. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten kann es sich Vorarlberg nicht leisten, Eltern durch fehlende Betreuung aus dem Arbeitsleben zu drängen oder zusätzlich zu belasten. Verlässliche Ferienbetreuung ist deshalb nicht nur Familienpolitik, sondern auch eine Frage von Bildungsgerechtigkeit, Arbeitsmarkt und Standortqualität.

Am 8. und 9. Juli tagt der Landtag ein letztes Mal vor der Sommerpause. Die Landesregierung kann jetzt ein klares Zeichen setzen: Entweder Ferienbetreuung wird zur verlässlichen Aufgabe des Landes oder Familien werden auch im nächsten Sommer wieder allein gelassen. „Man kann nicht jedes Jahr im Juli die Schulen zusperren und die Eltern vor vollendete Tatsachen stellen. Neun Wochen Ferien und fünf Wochen Urlaub im Jahr – diese Lücke schließen Familien heute mit Stress, Geld, Großeltern und Glück. Das ist keine Lösung. Ferienbetreuung muss endlich eine verlässliche Landesaufgabe werden”, so Claudia Gamon abschließend.

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