NEOS gegen halbfertige Tageseltern-Reform

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Fuchs: „Das Land schickt die Tageseltern zwar an die richtige Adresse, lässt sie dort aber allein.“
Zehn Stunden pro Woche. So viel Zeit sieht die Landesregierung künftig vor, um alle Tageseltern in Vorarlberg zu beraten, zu begleiten und zu beaufsichtigen. Bisher standen dafür rund 470.000 Euro im Jahr zur Verfügung. NEOS haben der Tageseltern-Novelle von Landesrätin Barbara Schöbi-Fink im heutigen Ausschuss deshalb nicht zugestimmt. „Die Idee hinter der Reform ist richtig. Aber so, wie sie jetzt umgesetzt wird, spart das Land ein ohnehin schrumpfendes Angebot kaputt, statt es zu stärken“, sagt NEOS-Bildungssprecherin Katharina Fuchs.
Grundsätzlich begrüßen NEOS, dass Tageseltern künftig im Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz geregelt und aus dem Sozialfonds herausgelöst werden. „Tageseltern leisten Bildung und Betreuung, sie sind keine Sozialleistung. Dass sie dort angesiedelt werden, wo sie hingehören, ist überfällig“, so Fuchs.
Der Haken liegt in der Umsetzung. Die bisher über den Sozialfonds finanzierten Dienste – wie etwa die Begleitung der Tageseltern – werden drastisch gekürzt. Genau diese Begleitung sei aber das Rückgrat des Modells. Tageseltern arbeiten allein im eigenen Haushalt, ohne Team und ohne Leitung, wie es sie in Kleinkindbetreuungseinrichtungen gibt. Pädagogische Fragen, Urlaubsvertretungen und das Vertrauen der Eltern hingen bisher an einer eigenen Begleitstruktur. „Zehn Wochenstunden für das ganze Land reichen für ein paar Hausbesuche, nicht für echte Begleitung. Wer Qualität verlangt, muss auch in Qualität investieren“, sagt Fuchs.
Dazu kommt, dass sich die Zahl der Tageseltern nach Angaben der Landesregierung selbst in den vergangenen fünf Jahren halbiert hat. „Statt gegenzusteuern, wird ein schwächelndes Angebot weiter ausgedünnt. Dabei schließen Tageseltern genau jene Lücken, die das institutionelle System offenlässt: bei Kindern unter zwei Jahren, an Nachmittagen, an denen Gemeinden keine Betreuung anbieten, in den Ferien und für Eltern im Schichtdienst oder Alleinerziehende.“
Drei Monate vor dem Inkrafttreten mit 1. Jänner 2027 sei zudem weitgehend offen, wer welche Aufgaben konkret übernehmen solle. Die Feststellung im Bericht zur Regierungsvorlage, das Vorhaben habe keine negativen Auswirkungen auf Kinder, teilen NEOS nicht. Eine Evaluierung der Neuregelung ist ebenfalls nicht vorgesehen. NEOS fordern daher Nachbesserungen, bevor die Novelle im Landtag beschlossen wird: ausreichende Mittel für Beratung und Begleitung im Budget der künftig zuständigen Abteilung, klar geregelte Zuständigkeiten vor dem Stichtag sowie eine verbindliche Evaluierung nach zwei Jahren. „Die Richtung stimmt, der Plan ist aber nicht fertig. Diesem Gesetz fehlt das Fundament, deshalb haben wir heute im Ausschuss nicht zugestimmt“, so Fuchs abschließend.




