NEOS Lackner: „Sinn der FAV bleibt auch nach dreieinhalb Jahren fragwürdig.“

Die Fördergesellschaft für den Arbeitsmarkt Vorarlberg (FAV) wurde im November 2022 mit großen Ankündigungen gegründet. Dreieinhalb Jahre, mehrere Umstrukturierungen und wechselnde Geschäftsführungen später sehen NEOS noch immer keine messbaren Ergebnisse für die Vorarlberger Bevölkerung. Mit einer dritten Anfrage an Landesrat Marco Tittler fordern NEOS nun endlich Transparenz über Wirkung, Kosten und Zukunft der Gesellschaft.
Bereits zwei Anfragen – im Mai 2024 und im März 2025 – hatten die FAV unter kritische Beobachtung gestellt. Die bisherigen Antworten zeichneten laut NEOS das Bild einer Gesellschaft, die sich vor allem mit sich selbst beschäftigt: Stakeholder-Dialoge, Arbeitsprogramme, Beiratssitzungen und Workshops zu Workshops. Konkrete, quantifizierbare Wirkung sei dagegen kaum erkennbar. Auch das Land scheint Konsequenzen gezogen zu haben: Der Gesellschafterzuschuss wurde für 2025 von 200.000 auf 100.000 Euro halbiert. „Die Halbierung des Zuschusses ist ein stilles Eingeständnis der Landesregierung, dass die Erwartungen an die FAV nicht erfüllt wurden. Wenn eine Gesellschaft nach drei Jahren noch immer keine klare Antwort auf die Frage geben kann, was sie eigentlich besser oder anders macht als AMS, WKV, AK, BIFO oder WISTO, dann braucht es endlich Klarheit – keine weiteren Workshops zu Workshops“, so NEOS-Arbeitsmarktsprecherin LAbg. Fabienne Lackner.
Drehscheibe für Innovation oder Dauerbaustelle?
Die FAV präsentiert sich nach außen als „zentrale Drehscheibe für Arbeitsmarktinnovation“. Auf der Website werden Projekte wie eine Veranstaltungsreihe zu Digitalisierung und demografischem Wandel und eine Machbarkeitsstudie zu Weiterbildungsmessen vorgestellt. Welche dieser Vorhaben tatsächlich umgesetzt wurden, was sie konkret bewirkt haben und ob bestehende Institutionen dieselben Aufgaben nicht effizienter erledigen könnten, bleibt jedoch offen. „Die FAV wirkt aktuell weniger wie eine Koordinationsplattform, sondern immer mehr wie eine zusätzliche Ebene neben bereits bestehenden Einrichtungen. Für uns ist nach wie vor nicht nachvollziehbar, weshalb für beispielsweise Veranstaltungen im Bereich Digitalisierung oder für die Prüfung von Weiterbildungsmessen eine eigene Struktur erforderlich ist. Vorarlberg hat gut funktionierende Institutionen im Arbeits- und Bildungsbereich. Die zentrale Frage, die wir nach dreieinhalb Jahren immer noch stellen müssen, ist: Was kann die FAV, was die anderen nicht können? Solange darauf keine überzeugende Antwort vorliegt, ist jeder weitere Steuereuro begründungspflichtig“, betont Lackner.
Verantwortungsvolle Budgetpolitik verlangt klare Antworten
NEOS verweisen darauf, dass eine kritische Auseinandersetzung mit Rolle und Wirkung der FAV Teil einer verantwortungsvollen Budgetpolitik ist. Gerade in Zeiten notwendiger Einsparungen müsse hinterfragt werden, ob neue Strukturen tatsächlich zusätzlichen Nutzen stiften oder ob bestehende Einrichtungen dieselben Aufgaben effizienter erfüllen könnten. Die aktuelle Anfrage zielt daher auf konkrete Zahlen, Daten und Fakten: zu Umsetzungsstand des Arbeitsprogramms 2025/26, zu Personal- und Verwaltungskosten, zu externen Beratungsleistungen sowie zu möglichen Doppelgleisigkeiten im System. Denn auch mit dem neuen Arbeitsprogramm bleibt der Eindruck bestehen, dass die FAV Aufgaben übernimmt, die bereits heute von anderen Institutionen wahrgenommen werden oder ohne Weiteres dort angesiedelt werden könnten. „Es geht uns nicht darum, eine Institution kaputtzureden. Es geht darum, redlich zu prüfen, ob öffentliche Mittel dort eingesetzt werden, wo sie tatsächlich Wirkung erzielen. Wenn die FAV ihren Mehrwert nicht klar belegen kann, muss die Landesregierung den Mut haben, über eine organisatorische Neuausrichtung oder Eingliederung in bestehende Strukturen ehrlich nachzudenken“, so Lackner abschließend.
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