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Trinkwasser darf keine Frage der Postleitzahl sein

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© NEOS

Nach Engpässen im trockenen Sommer bringen NEOS eine Landtagsanfrage an Landesrat Christian Gantner zur Trinkwasserversorgung ein.

Vorarlberg gilt als wasserreiches Land. Trotzdem hat die Trockenheit dieses Sommers gezeigt, dass eine komfortable Wasserbilanz für das ganze Land noch keine Versorgungsgarantie für jede einzelne Gemeinde ist. In mehreren Gemeinden wurden Reserven knapp, Wasser musste zugekauft oder öffentliche Trinkbrunnen abgeschaltet. NEOS bringen deshalb eine umfassende Landtagsanfrage zur Versorgungssicherheit und zur Trinkwasservorsorge des Landes ein. „Vorarlberg hat genug Wasser – die entscheidende Frage ist, ob es im Ernstfall auch dort ankommt, wo es gebraucht wird“, sagt NEOS-Klubobfrau Claudia Gamon. „Wenn Quellen zurückgehen oder Reserven knapp werden, darf es nicht vom Zufall oder von der Finanzkraft einer Gemeinde abhängen, ob ausreichend Trinkwasser verfügbar ist.“

Versorgungssicherheit darf keine Frage der Postleitzahl sein
NEOS wollen wissen, wo die Schwachstellen im Versorgungssystem liegen und ob das Land ausreichend vorbereitet ist, wenn einzelne Gemeinden in Trockenperioden an ihre Grenzen kommen. Welche Gemeinden verfügen selbst nicht über ausreichend Wasser? Wo gibt es bereits Verbundleitungen, Reserven oder ein unabhängiges „zweites Standbein“? Und wo fehlen solche Absicherungen noch?

„Für uns ist klar: Trinkwasser ist nicht optional und Versorgungssicherheit darf keine Frage der Postleitzahl sein. Keine Gemeinde darf in einer Dürreperiode auf dem Trockenen sitzen gelassen werden“, betont Gamon. „Wenn eine Gemeinde selbst nicht über ausreichende Reserven verfügt, muss klar sein, woher im Ernstfall Wasser kommt. Genau dafür braucht es Vorsorge und funktionierende Verbindungen zwischen den Gemeinden.“

Wasserreichtum muss allen zugutekommen
Für NEOS ist deshalb vor allem die Rolle des Landes entscheidend. Bereits der Landes-Rechnungshof hatte eine stärkere Koordination in den Bereichen Trinkwasser und Wasserressourcen angeregt. Das Vorarlberger Trinkwasservorsorgekonzept sieht unter anderem Verbundleitungen, zusätzliche Quellerschließungen und ein zweites Standbein für die Versorgung vor. NEOS wollen nun wissen, was davon tatsächlich umgesetzt wurde – und ob das Land heute einen ausreichenden Überblick darüber hat, welche Gemeinden in Trockenperioden besonders verwundbar sind.

„Unser Anspruch ist nicht, dass jede Gemeinde alles allein lösen muss. Unser Anspruch ist, dass Vorarlberg als Land seine Wasserversorgung so plant und vernetzt, dass am Ende alle verlässlich versorgt, sind“, so Gamon. „Gerade wenn Wasser regional sehr unterschiedlich verfügbar ist, braucht es Koordination. Der Wasserreichtum Vorarlbergs muss im Krisenfall auch jenen Gemeinden zugutekommen, die selbst nicht über ausreichende Reserven verfügen.“

Was passiert, wenn eine Quelle ausfällt?
Ein weiterer Schwerpunkt der Anfrage liegt auf der Krisenvorsorge. NEOS wollen vom Land wissen, welche Notversorgungskapazitäten vorhanden sind, wenn Quellen oder Brunnen in einer längeren Trockenperiode ausfallen oder Wasservorkommen durch Verunreinigungen vorübergehend nicht genutzt werden können. Dabei geht es etwa um Verbundnetze, Reserven, alternative Wasservorkommen oder Möglichkeiten zur mobilen Aufbereitung – und um die Frage, in welchen Regionen Vorarlbergs derzeit noch die größten Lücken bestehen. „Der heurige Sommer war ein Stresstest für unsere Wasserversorgung“, sagt Gamon. „Wir wollen keine Panikdebatte führen. Aber wir wollen wissen, wo Vorarlberg tatsächlich krisenfest aufgestellt ist und wo nicht. Vorsorge bedeutet, diese Fragen zu beantworten, bevor der nächste Engpass da ist – und nicht erst dann zu improvisieren, wenn eine Gemeinde bereits auf dem Trockenen sitzt.“

“Die kommunale Zuständigkeit für die Wasserversorgung entbindet das Land nicht von seiner Verantwortung für eine vorausschauende, überörtliche Planung. Wasser hält sich nicht an Gemeindegrenzen – und Versorgungssicherheit darf es auch nicht tun“, so Gamon abschließend. „Am Ende muss für jede Vorarlbergerin und jeden Vorarlberger gelten: Sauberes Trinkwasser ist verlässlich verfügbar. Nicht nur in einem durchschnittlichen Jahr, sondern gerade dann, wenn es über Wochen heiß und trocken ist.“

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