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„Gemeinde Gottes“: NEOS fordern Antworten zu Kinderschutz und Bildung.

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© NEOS

NEOS bringen zwei umfangreiche Anfragen zur „Gemeinde Gottes" ein: Kinderschutz und Schulaufsicht auf dem Prüfstand 

Klubobfrau Gamon: „Kein Kind darf übersehen werden, nur weil es abgeschottet aufwächst!" 

Anlass ist die aktuelle DATUM-Coverstory „Im Namen Gottes" aus der September Ausgabe, in der ehemalige Angehörige der christlich-fundamentalistischen Gemeinschaft „Gemeinde Gottes" im Klostertal schwere Vorwürfe über ihre Kindheit und Jugend erheben. Fachleute für Kinderschutz und Bildung warnen davor, dass Kinder in abgeschottet lebenden Milieus für Behörden nahezu unsichtbar werden können. „Die Glaubensfreiheit steht für uns außer Frage", stellt NEOS-Klubobfrau Claudia Gamon klar. „Uns geht es um die Kinder – um ihr Recht auf Schutz und auf eine gute Bildung – und um die Frage, ob der Staat dort hinsieht, wo es am schwersten ist. Wenn Aussteigerinnen und Aussteiger allesamt ähnliches berichten und Fachleute Alarm schlagen, dann ist es die Aufgabe der Politik, nachzufragen, ob die zuständigen Stellen ihre Möglichkeiten wirklich ausgeschöpft haben." Deshalb haben die NEOS zwei umfangreiche Anfragen zur ‚Gemeinde Gottes‘ eingebracht.  

Kinderschutz braucht mehr als einen Anruf 

Die erste Anfrage nimmt die Kinder- und Jugendhilfe in den Blick. Laut DATUM meldete sich bereits eine ehemalige Angehörige bei der BH Bludenz. Da sie aber kein konkretes gefährdetes Kind benennen konnte und sich nicht erneut meldete, ging die Behörde dem Hinweis nicht weiter nach. „Fehlende Informationen sind noch keine Entwarnung", so Klubobfrau Gamon. „Gerade Kinder in schwer zugänglichen Verhältnissen brauchen einen Kinderschutz, der sie aktiv erreicht – und nicht erst reagiert, wenn zufällig jemand von außen anruft." Die Anfrage will unter anderem wissen, welche Voraussetzungen für ein Tätigwerden der Kinder- und Jugendhilfe gelten, wie Kinder ohne Umweg über die Eltern von ihren Rechten und von Hilfsangeboten erfahren, wie die beteiligten Stellen – Kinder- und Jugendhilfe, Bildungsdirektion, Gesundheitsstellen und Sicherheitsbehörden – zusammenarbeiten, und ob es Hinweise auf unterlassene medizinische Versorgung von Kindern gibt. 

Eine bestandene Prüfung ist nicht alles 

Die zweite Anfrage betrifft die Schulaufsicht. Die meisten Kinder der Gemeinschaft besuchen keine öffentliche Schule, sondern werden im häuslichen Unterricht unterrichtet. Weil sie ihre Externistenprüfungen bestehen, sah die Bildungsdirektion bisher keinen Grund zum Eingreifen. „Eine bestandene Prüfung ist noch kein Beweis für gute Bildung", stellt die Klubobfrau klar. „Kinder haben ein Recht auf eine Bildung, die jener an einer öffentlichen Schule gleichwertig ist – vollständig und sachlich richtig. Wir NEOS wollen wissen, ob die Bildungsdirektion das im konkreten Fall überhaupt überprüfen kann und ob sie alle Möglichkeiten genutzt hat." Die Anfrage thematisiert unter anderem offene Fragen zu den Lehrinhalten – etwa die Aussage des Leiters der „Gemeinde Gottes“, die Evolutionstheorie werde „vom biblischen Standpunkt aus" unterrichtet, ein Verächtlichmachen von Schulinhalten auf dem YouTube-Kanal der Gemeinschaft sowie Berichte über zensierte Schulbücher – und die Frage, ob am Standort in Wald am Arlberg tatsächlich nur häuslicher Unterricht stattfindet oder eine nicht angezeigte Privatschule betrieben wird, nachdem der Bildungsdirektion nach einem Kontrollversuch 2023 der weitere Zutritt verwehrt worden sein soll. 

Es geht um Aufsicht, nicht um Glauben 

„Wir NEOS wollen keine Vorverurteilung und maßen uns kein Urteil über die Gemeinschaft an", betont Gamon. „Aber der Staat hat eine Verantwortung gegenüber jedem einzelnen Kind. Diese Verantwortung endet nicht an einer verschlossenen Haustür."

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