Katharina Fuchs: „Ganztagsbetreuung wächst – aber wächst die Qualität mit?“

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Fast jedes zweite Pflichtschulkind in Vorarlberg wird mittlerweile auch am Nachmittag in der Schule betreut. Doch was soll in dieser Zeit eigentlich passieren? Für NEOS-Bildungssprecherin Katharina Fuchs ist klar: Mehr Betreuungsplätze allein sind noch keine bildungspolitische Strategie.
„Wenn Kinder einen immer größeren Teil ihres Tages in der Schule verbringen, darf der Nachmittag nicht einfach zur betreuten Wartezeit werden“, sagt Fuchs. „Diese Stunden sind eine riesige Chance für Sprachförderung, individuelles Lernen und mehr Chancengerechtigkeit. Das Land muss klarstellen, welchen pädagogischen Anspruch es an diese Angebote hat – und ob dieser auch tatsächlich erfüllt wird.“
Besonders auffällig: Während die schulische Tagesbetreuung stark wächst – von 13.018 Schüler 2020/21 auf 18.755 im Schuljahr 2025/26 – sind ausgerechnet verschränkte Ganztagsklassen rückläufig. Dort werden Unterricht, Lernen, Bewegung und Freizeit über den Tag hinweg pädagogisch miteinander verbunden.
„Gerade die verschränkte Ganztagsschule zeigt, welches Potenzial in einem gut gestalteten Schultag steckt: Kinder haben mehr Zeit zum Lernen, für Bewegung und für individuelle Förderung – und Bildung hängt weniger davon ab, was Eltern am Nachmittag zusätzlich ermöglichen können“, betont Fuchs.
Mit einer Anfrage an Landesrätin Barbara Schöbi-Fink wollen NEOS deshalb wissen, welche Qualitätsstandards gelten, wie die Wirkung der Angebote überprüft wird und welche Qualifikation das eingesetzte Personal mitbringen muss. „Vorarlberg will bis 2035 der chancenreichste Lebensraum für Kinder sein. Dann müssen wir auch den Nachmittag als Bildungszeit begreifen – und nicht nur als organisatorische Lücke zwischen Unterricht und Feierabend“, so Fuchs.




